Deutsches Naturstein-Archiv
Das an der staatlichen Fachschule für Steinbearbeitung in Wunsiedel angesiedelte Deutsche Naturstein-Archiv (DNSA) besitzt knapp 6.000 Steinmuster aus über 100 Staaten. Die Sammlung wird ständig erweitert. Archiviert werden alle im deutschsprachigen Raum jemals in der Architektur oder für Skulpturen eingesetzten Natursteine und alle Materialien, die weltweit eingesetzt und gefördert werden. Allein aus Deutschland sind mehr als 1.300 Gesteinssorten vorhanden, dazu knapp 550 aus Italien und jeweils 100 oder mehr aus den wichtigsten europäischen und außereuropäischen Staaten. Der Bestand besteht aus einheitlichen Gesteinsmustern im Format 24 x 15 x 2cm. Das Archiv erfasst alle verfügbaren geologischen, geografischen, petrografischen, technologischen, kulturellen und kommerziellen Daten.
Beratung und Service
Das DNSA berät u.a. Bauherren, Architekten, Behörden und Verarbeitungsbetriebe bei der Gesteinsauswahl. Für die kunstgeschichtliche Forschung und die Steinrestaurierung werden Proben historischer Baugesteine identifiziert und bei Bedarf entsprechende Ersatzmaterialien empfohlen. Um neu importierte Handelssorten – die nicht selten mit irreführenden Handelsnamen auf den Markt kommen – einordnen zu können, bestimmt das DNSA die exakte petrografische Zuordnung und klärt über Zusammensetzung, technische Eigenschaften, Eignung und Risiken auf. Außerdem werden Marktchancen von neu erschlossenen Gesteinen untersucht und beurteilt.
Das Archiv bietet auch Seminare und steht in Kontakt mit Ausbildungsstätten, Berufsverbänden, Fachbetrieben und Universitäten im In- und Ausland.
Materialien gesucht
Das DNSA ist ständig auf der Suche nach neuen Materialien. Einsendungen sind also immer willkommen. Informationen über neue Steine, die sich auf dem Markt befinden, werden auch im Rahmen der neuen Online-Datenbank, der INSK (bis 2021) und der Rubrik „Steinmarkt aktuell“ der Fachzeitschrift Naturstein veröffentlicht.
Für die Aufnahme neuer Materialien benötigt das DNSA folgende Informationen:
- zwei Muster von jeder Sorte, ggf. poliert, möglichst Fliesen oder Platten (am besten 30,5 x 30,5 cm, mindestens aber 24 x 15 cm)
- Angaben über Handelsnamen sowie eine möglichst detaillierte Beschreibung des Abbauorts
- Informationen über lieferbare Mengen, Dimensionen und – soweit bereits ermittelt – technische Daten
Das DNSA ist ein Vermächtnis des international geschätzten und 2003 verstorbenen Werksteinexperten Friedrich Müller, Autor u. a. der im Ebner Verlag erschienenen Standardwerke "Gesteinskunde" und "Internationale Naturwerksteinkartei" (INSK). Heute wird es von seinem langjährigen Mitarbeiter Dipl.-Geol. Reinhard Kögler geführt.
Deutsches Naturstein-Archiv
Marktredwitzer Str. 60
95632 Wunsiedel
Tel. 09232 1038 + 2187
Fax: 09232 8325
info(at)efbz.de
efbz.de/deutsches-natursteinarchiv
Unsere Naturstein-Datenbank entstand mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Naturstein-Archivs in Wunsiedel. Nutzen Sie unsere Steinsuche und finden Sie Details zu über 5.200 Natursteinen
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Aktuelle Ausgabe
Liebe Naturstein-Leserinnen und -Leser,
gute Planung, handwerkliches Können und ein sensibler Umgang mit historischer Substanz sind bei Restaurierungen entscheidend. In unserem Schwerpunkt »Restaurierung & Denkmalpflege« zeigen wir aktuelle Projekte: An der Münchner Frauenkirche erneuert die Firma Nüthen Restaurierungen unter anderem gotische Maßwerke aus SELLENBERGER MUSCHELKALK, in Rühn rettet Restaurator Boris Frohberg historische Grabplatten und die SSG Solnhofen Stone Group zeigt, wie SOLNHOFENER Naturstein bis heute für historische Böden aufbereitet wird.
Auch die Firma Sauer aus Budenheim beweist, wie viel Können und Geduld die Arbeit am Bestand verlangt. Für die Villa Meister in Frankfurt restaurierte das Team vier Musen aus Stein, ergänzte fehlende Gliedmaßen, Sockel und sogar einen Cellohals und machte die durch korrodierte Eisendübel schwer beschädigten Figuren wieder komplett.
Wie wichtig Zusammenhalt in der Branche sein kann, zeigt das Beispiel NKA Naturstein: Nach der Insolvenz von Holland Graniet übernahm Oliver Schütte mehrere ehemalige Kolleginnen und Kollegen sowie den Importbereich. Im Interview spricht er über herausfordernde Monate, das Zusammenwachsen des Teams und darüber, weshalb die Natursteinbranche seiner Ansicht nach noch enger zusammenrücken sollte.
Künstlerisch wird es mit Stefan Rincks »Alpen-Clan«, einer wilden Armada figurativer Steinskulpturen zwischen mittelalterlicher Steinmetztradition und zeitgenössischer Bildhauerei, die unter dem Titel »Alpen-Clan kehrt zurück« in der Pinakothek der Moderne in München zu sehen war. Die Neue Nationalgalerie in Berlin widmete dem rumänisch-französischen Bildhauer Constantin Brâncusi zudem eine große Ausstellung mit rund 150 Werken und rückte dabei seine Kunst der Verwandlung in den Mittelpunkt.
Und ein Freizeit-Tipp mit Natursteinbezug: Der Radrundweg »Die Steinreichen 5« führt durch Langenaltheim, Mörnsheim, Pappenheim, Solnhofen und Treuchtlingen. Unterwegs lassen sich Vorkommen, Steinbrüche, Produktionsstätten und weitere Sehenswürdigkeiten mit heimischen Natursteinen entdecken.
Wir wünschen Ihnen spannende Einblicke und eine informative Lektüre,
Ihre Naturstein-Redaktion
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