Die größten Naturstein-Nationen der Welt

Zahlen aus einer anderen Zeit
2019, vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie, ist die weltweite Natursteinproduktion etwas deutlicher gestiegen als im Vorjahr. Das Handelsvolumen ist zum zweiten Mal in Folge geschrumpft. Das steht in der 31. Auflage der Statistik "marble and stones in the world" von Dr. Carlo Montani, der davon ausgeht, dass die Branche einigermaßen stabil durch die Krise kommt. Seinen Berechnungen zufolge wurden im Vor-Corona-Jahr 2019 aus den Steinbrüchen rund um den Globus 316 Mio. t Rohmaterial geholt. "Netto", also abzüglich Abbau-Abfall, blieben davon 154,5 Mio. t an Blöcken übrig – 1,5 Mio. t mehr als 2018. Der Anteil silikathaltiger Gesteine hat leicht zugenommen und lag bei 38,6% (59,5 Mio. t). Mit 57,9% (89,5 Mio. t) dominieren aber nach wie vor deutlich die Kalksteine. Der Ausstoß an verarbeiteten Produkten stieg um 90.000 t bzw. 1% auf 91,15 Mio. t. Der globale Natursteinverbrauch hat im Vergleich zu 2018 um 15 Mio. m² mit 2 cm Stärke auf 1,685 Mrd. m² angezogen. Drei Viertel aller Gesteine fanden im Baubereich Verwendung. Auf den Grabmalsektor entfielen 17,5%, den Rest machten Galabau-Erzeugnisse sowie andere Produkte und Anwendungen aus.

Ein Drittel aller Natursteine in China verbaut
Nahezu ein Drittel (30,9%) aller Natursteine wurde in China verbaut und anderweitig eingesetzt. Dort zog die Nachfrage um fast 20,4 Mio. m² an und erreichte 520,2 Mio. m². Dahinter folgt mit großem Abstand Indien, wo der Verbrauch um 0,5 Mio. m² auf 139,7 Mio. m² sank. Platz drei belegen die USA mit 102,3 Mio. t, vor Brasilien und Südkorea. Deutschland bleibt mit 34,6 Mio. m² (+1 Mio. m²) unverändert auf Rang 7. Mehr als die Hälfte aller Gesteine wird in den fünf natursteinhungrigsten Ländern der Welt verwendet. Pro 1.000 Erdenbewohner lag der durchschnittliche Verbrauch bei 268 m² (2018: 266 m²). Am höchsten war er mit 1.612 m² in der Schweiz, vor Saudi Arabien (1.338 m²), Belgien, Südkorea und Portugal. In Deutschland stieg er von 418 auf 420 m² (Rang 12). In China ist das Abbauvolumen 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 2 Mio. t auf 50 Mio. t gestiegen. Damit hat das Reich der Mitte seine Spitzenreiterposition weiter ausgebaut.

























Granit-Steinbruch in Brasilien (Fotos: Archiv Naturstein)

Die größten Blockproduzenten
Fast jeder dritte Block (32,4%), der weltweit gewonnen wurde, stammte aus China. Indien (Platz 2) hat um 0,5 Mio. tauf 26,5 Mio. t (Weltmarktanteil: 17,2%) zugelegt, drittgrößter Gewinner war mit 11,75 Mio. t (7,8%) die Türkei. Der Anteil der drei Länder am weltweiten Natursteinabbau wuchs von 56,2% auf 57,2%. In der Top-Ten finden sich außerdem Iran (5,3% Weltmarktanteil), Brasilien (5,3%), Italien (3,8%), Spanien (3,1%), Ägypten (2,6%), Portugal (2,2%) und die USA (2%). Die zehn führenden Länder brachten es auf 81,5% der gesamten Gewinnung.

Handelsvolumen weiter rückläufig
Das globale Naturstein-Handelsvolumen ist 2019 zum zweiten Mal in Folge geschrumpft. Unter dem Strich steht ein leichter Rückgang von 0,8% bzw. einer halben Million Tonnen auf etwas über 56 Mio. t. Das entspricht 814 Mio. m² gerechnet mit einer Stärke von 2 cm. Der Austausch von Rohblöcken sank um fast 840.000 t (–2,8%) auf rund 29,33 Mio. t, der von verarbeitetem Naturstein stieg hingegen um 412.000 t auf rund 26,68 Mio. t (+1,6%). Der Gesamtumsatz reduzierte sich um 5% auf 1,9 Mrd. $. Angesichts vergleichsweise niedriger Wachstumsraten im internationalen Handel in den letzten zehn Jahren konstatiert Montani zumindest in einzelnen Regionen und Ländern Sättigungstendenzen.

Bei den Preisen sind die Unterschiede nach wie vor groß. Während verarbeiteter Naturstein aus Italien 75 $ (–3,7%) pro Quadratmeter kostete, bezahlte man für das chinesische Pendant 32,24 $ (+1,25 $ im Vergleich zum Vorjahr). Material aus Mexiko war 2019 zum Schnäppchenpreis von 10,50 $ zu haben. Gesteine aus Indien wurden um 1 Cent billiger und kosteten 25,44 $, der Preis für türkische Steinerzeugnisse stieg um 3,74 $ auf durchschnittlich 25,44 $ pro m². 


















 

 

Natursteinverarbeitung im chinesischen Xiamen Xiamen (Foto: Robert Stadler)


Indien ist Granit-Gigant
Indien war 2019 zum dritten Mal in Folge Exportweltmeister. Mit knapp 13 Mio. t hat das Land etwas mehr Naturstein ins Ausland verkauft als 2018.
Das entspricht einem Weltmarktanteil von 23,1%. Exportschlager ist (Granit-) Rohware. 2019 steuerte Indien 57,6% aller auf der Erde gehandelten Hartgestein-Blöcke bei. China, lange führend bei den Ausfuhren, setzt im Außenhandel mittlerweile mehr auf hochpreisigeren verarbeiteten Naturstein. Die chinesischen Exporte waren 2019 zum fünften Mal in Folge rückläufig. Sie sanken um 461.000 t auf 9,65 Mio. t. Ein großer Teil der Natursteinproduktion wird im Inland benötigt. Drittgrößter Exporteurwar die Türkei (7,25 Mio. t), vor Italien (2,5 Mio. t), Portugal (2,2 Mio. t), Brasilien (2,08 Mio. t) und Spanien (1,86 Mio. t). Mehr als 53% aller auf den Weltmärkten verkaufter Gesteine stammten aus Indien, China und der Türkei. Auch wenn China mengenmäßig nicht mehr die Nase vorn hat, hat das Land mit dem Verkauf seiner Materialien im letzten Jahr mit rund 5 Mrd. $ im weltweiten Vergleich den höchsten Umsatz eingefahren. Es folgen Italien (1,99 Mrd. $), Indien (1,865 Mrd. $) und die Türkei (1,859 Mrd. $). China hat im letzten Jahr 940.000 t weniger Naturstein im Ausland eingekauft als im Vorjahr, bleibt aber mit einem Importvolumen von 13,6 Mio. t führend. Am zweitmeisten haben die USA importiert (knapp 4,1 Mio.t). Dahinter rangieren Südkorea (über 3 Mio. t) und Deutschland mit fast 1,89 Mio. t. Exporte aus EU-Ländern (inklusive Großbritannien) legten um 0,4% zu und erreichten 10,5 Mio. t. Die Importe zogen um 10,9% auf 10,1 Mio.t an. Die Einfuhren von bearbeitetem Naturstein nach Deutschland sind um 46.000 t auf knapp 1,54 Mio. t gesunken. Mit fast 1,87 Mio. t haben die Deutschen 52.000 t mehr Naturstein verbraucht als im Vorjahr. Der Ausstoß an verarbeiteter Ware hat um 66.000 t auf 536.000 t zugelegt. 236.000 t wurden ins Ausland verkauft. Der Preis für verarbeitete Ware aus dem Bundesgebiet stieg von 66,43 $ auf 70,10 $ pro m² mit 2 cm Dicke. 





















Unmaßplattenlager einer brasilianischen Natursteinfirma (Fotos: Archiv Naturstein)

Marble and Stones in the World
Unter dem Titel "marble and stones in the world" veröffentlicht Dr. Carlo Montani seit drei Dekaden ein jährliches Update zur Entwicklung der Natursteinweltwirtschaft. Die Daten für das Werk bezieht er u. a. von nationalen und internationalen Statistikämtern, Behörden, Handelsgesellschaften und Organsationen wie den Vereinten Nationen. Er stellt auch eigene Schätzungen und Hochrechnungen an. Die aktuelle 31. Ausgabe ist im Verlag Aldus Casa di Edizioni in Carrara erschienen und kann für 30 € unter folgendem Link heruntergeladen werden: www.marbleintheworld.com/ws/
stoneindustryreport.asp.
 


(Datenquelle: "Marble and Stones in the World")


(Aktualisiert am 30. Mai 2021)