"Wer begehrt Einlass" - Habsburgische Begräbnisstätten in Österreich

(Quelle: Amalthea Verlag)
(Quelle: Amalthea Verlag)

Wo fand die berühmte Kaiserin Sissi ihre letzte Ruhestätte, und wer ruht in der Wiener Kapuzinergruft? Das Buch "'Wer begehrt Einlass' - Habsburgische Begräbnisstätten in Österreich" nimmt den Leser mit auf eine Reise durch Österreichs Gruften und beleuchtet dabei auch das Leben der Habsburger.

Wien profitiert bis heute von Sissis Berühmtheit. Ernst Marischkas Film-Trilogie mit Romy Schneider in der Hauptrolle der ewig schönen Kaiserin Elisabeth besiegelte die Unsterblichkeit einer Persönlichkeit, die auch heute noch von Sagen umgeben ist. In der Wiener Kapuzinergruft fand sie ihre letzte Ruhestätte, Seite an Seite mit ihrem Gatten Kaiser Franz Joseph und ihrem einzigen Sohn, dem Kronprinz Rudolf. Dort, unter dem Kapuzinerkloster, befindet sich das Trio in bester Gesellschaft: Von den Begründern der Gruft über Maria Theresia ruhen heute die sterblichen Überreste von über 150 Personen in teilweise barock-gestalteten Särgen und locken Touristen in das kühle Dämmerlicht unter der Erde.

Das Leben und Sterben der Habsburger
Eva Demmerle und Gigi Beutler führen mit dem Buch "'Wer begehrt Einlass' - Habsburgische Begräbnisstätten in Österreich" quer durch die Gruften von Österreich und begleiten dabei auch den Lebensweg der verstorbenen Habsburger. Von Tragödien im Kindesalter über Attentate zum natürlichen, altersbedingten Tod: So vielfältig wie der Lebensweg war oft auch der Tod der österreichischen Adeligen. So streng wie in der Wiener Hofburg nach dem Spanischen Hofzeremoniell gelebt wurde, wurde häufig auch gestorben. Selbst der letzte Weg in die Gruft war begleitet von einem festen Plan und der titelgebenden Frage "Wer begehrt Einlass?". 

Getrennte Bestattung: die Herzurnen der Habsburger
Zu den ungewöhnliche Bestattungstraditionen gehörte bei den Habsburgern auch das Entfernen des Herzes (und manchmal der Augen und anderer Eingeweide), welche teilweise an anderen Orten bestattet wurde. Durch lange Überführungswege und verspätete Bestattungen wurde es als wichtig empfunden, das Herz als wichtigsten Teil des Körpers zu bewahren. Dafür wurde dieses entnommen und in einer sogenannten Herzurne oder einem Herzbecher verwahrt. Im Wiener Stephansdom sind beispielsweise die Herzen von 56 Habsburgern zu finden, während andere Herzen in die Heimat ihrer Besitzer geschickt wurden.

Ob als Vorbereitung für die nächste Reise nach Wien oder als Geschichtsbuch, "'Wer begehrt Einlass' - Habsburgische Begräbnisstätten in Österreich" gibt einen interessanten Einblick in den Totenkult der Habsburger und führt durch eine Zeitreise vom 11. bis ins 20. Jahrhundert.


"'Wer begehrt Einlass' - Habsburgische Begräbnisstätten in Österreich"
Eva Demmerle & Gigi Beutler
Amalthea Verlag
409 Seiten, 15 €

(Veröffentlicht am 13. Juli 2022)

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