Unternehmensnachfolge im Grabmalbetrieb Meyn: Fortbestand in Bad Bevensen gesichert

Gunther Schmidt von der Medici Group sowie Lutz-Bernd und Susanne Meyn vom gleichnamigen Grabmalbetrieb
Strahlende Gesichter nach dem geglückten Deal (v.l.): Gunther Schmidt von der Medici Group sowie Lutz-Bernd und Susanne Meyn (Foto: Filip Lachmann)
Grabmalausstellung der Firma Meyn
Alles bleibt, wie gehabt: Der Firmensitz in Bad Bevensen, der traditionsreiche Name und auch die Fokussierung auf das Grabmalgeschäft. (Foto: Filip Lachmann)
Werkstatt des Grabmalbetriebs Meyn
Altinhaber Lutz-Bernd Meyn legt stets großen Wert auf geräumige Werkstätten, um mehrere Projekte gleichzeitig realisieren zu können. (Foto: Filip Lachmann)

Nach 129 Jahren in Familienbesitz haben Lutz-Bernd und Susanne Meyn die Verantwortung für den Grabmalbetrieb Hans-Benno Meyn in Bad Bevensen an Gunther Schmidt übertragen. Der Inhaberwechsel erfolgte zum 1. September 2025 und markiert erstmals den Übergang der Geschäftsleitung an eine Person außerhalb der Familie. Der Betrieb bleibt unter dem traditionsreichen Namen bestehen und ist nun unternehmensrechtlich der Natursteinwerk Monser GmbH mit Sitz in Nordhorn zugeordnet.

Auslöser für die Nachfolgesuche war die fehlende interne Perspektive: Weder innerhalb der Familie noch aus der Belegschaft ließ sich eine geeignete Lösung entwickeln. Die Meyns nutzten deshalb die Plattform „nexxt-change“, über die Unternehmen mit Kaufinteressenten und Existenzgründern zusammengebracht werden. Entscheidend war für sie nicht nur die wirtschaftliche Übernahme, sondern der Erhalt des gesamten Betriebs mit Immobilien, Standorten, Mitarbeitern und gewachsenen Kundenbeziehungen.

Gunther Schmidt ist gemeinsam mit Michael Ambros in der Medici Group tätig, einer mittelständischen Beteiligungsgesellschaft mit Investitionen in verschiedenen Branchen. Über Immobiliengeschäfte kam Schmidt mit der Natursteinbranche in Kontakt; Anfang 2024 übernahm die Gruppe bereits das Natursteinwerk Monser. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen sieht er im Bereich Naturstein und Grabmal langfristige Entwicklungsmöglichkeiten, ohne kurzfristige Eingriffe in funktionierende Strukturen anzustreben.

Der Übergabeprozess dauerte rund eineinhalb Jahre. Beide Seiten legten Wert darauf, die Rahmenbedingungen sorgfältig zu prüfen und keinen Zeitdruck aufzubauen. Für die ehemaligen Inhaber waren neben wirtschaftlichen Fragen auch Vertrauen und ein respektvoller persönlicher Umgang entscheidend. Schmidt betont, dass er den Betrieb zunächst unverändert weiterführen will: Firmenname, Belegschaft, Technik, Produktportfolio und die Ausrichtung auf das Grabmalgeschäft bleiben bestehen.

Die Geschichte des Betriebs ist eng mit der Familie Meyn verbunden. Ursprünglich sollte Lutz-Bernds Zwillingsbruder Hans-Benno die Nachfolge antreten, dieser verunglückte jedoch jung. Lutz-Bernd Meyn, zunächst kaufmännisch ausgebildet, absolvierte daraufhin eine Steinmetzlehre und führte den Betrieb ab 2012 mit Sondergenehmigung der Handwerkskammer weiter. Zeitweise hatte das Unternehmen mehr als 20 Beschäftigte und fünf Außenstellen; heute bestehen neben Bad Bevensen noch Filialen in Adendorf und Salzwedel.

Im Sortiment liegt der Schwerpunkt auf klassischen Grabmalen etablierter Großhändler wie Habu, Lithos, Hansen Naturstein und Destag. Nach Einschätzung von Lutz-Bernd Meyn wächst die Nachfrage nach pflegeleichten Grabmalen. Diesem Trend begegnet der Betrieb mit individueller Ornamentik und Schriftgestaltung, um den Grabmalen eine persönliche Note zu verleihen. Eine regionale Besonderheit sind Findlinge, die auch im Firmenlogo aufgegriffen werden und auf die geologische Prägung der Region sowie auf die lokale Grabmalkultur verweisen.

In der Werkstatt werden überwiegend bewährte Maschinen von Herstellern wie Spielvogel, Fickert+Winterling und Thibaut eingesetzt. Der Fokus liegt weniger auf neuesten CNC-Funktionen als auf zuverlässiger Technik, einfacher Wartung und praxistauglichen Arbeitsabläufen. Lutz-Bernd Meyn bleibt vorerst als Betriebsleiter aktiv und plant einen schrittweisen Rückzug; Susanne Meyn führt die administrativen Aufgaben weiter. Damit setzt die Übergabe auf personelle Kontinuität und eine langfristige Stabilisierung des Standorts.

Den ausführlichen Originaltext von Filip Lachmann finden Sie in Naturstein 2/2026; die Textzusammenfassung wurde mit ChatGPT-Unterstützung erstellt.

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