Sybille Trawinski: Messe heißt sichtbar sein!
- Erstellt von Eva Straub
- Stone+tec 2026
Naturstein: Warum ist eine Fachmesse wie die Stone+tec in Deutschland aus Ihrer Sicht auch 2026 noch unverzichtbar für die Natursteinbranche?
Sybille Trawinski: Eine Fachmesse ist ein unabhängiger Marktplatz und ein Branchentreffpunkt. Keine Messe zu haben, wäre ein Offenbarungseid für die Natursteinindustrie und das Steinmetzhandwerk. Unser Gewerk muss für sich selbst einstehen und zusammenhalten. Gerade in Zeiten schwächelnder Konjunktur müssen wir gemeinsam Stärke zeigen. Das hat Wirkung nach innen und nach außen. Ja, die Gesellschaft verändert sich. Und das heißt auch: Selbst ein kleiner Wirtschaftszweig muss reagieren, neue Ideen, Produkte und Leistungen entwickeln. Solche Innovationen gehören auf eine Messe. Genauso wie das Fachgespräch und die Pflege von Netzwerken. Es ist bedauerlich, wenn große Player in unserer Branche das anders sehen.
Warum ist es wichtig, dass der Bundesverband Deutscher Steinmetze (BIV) mit einem eigenen Stand und Programm vor Ort sichtbar ist?
Weil wir uns als Stimme und Heimat des Steinmetzhandwerks sehen. Wir wollen vor allem eines: ins Gespräch kommen und ein Ort des Zusammenkommens sein. Wir möchten hören, was Steinmetze bewegt und welche Erwartungen an uns gestellt werden. Außerdem zeigen wir, was wir aktuell für die Steimetze tun. Bei uns ist jeder willkommen, besonders Mitglieder, Partner, Freunde und Förderer. Interessenten an einer Innungsmitgliedschaft beraten wir gern. Dafür ist die Stone+tec hervorragend geeignet.
Wie profitieren junge Menschen und potenzielle Nachwuchskräfte von einem Besuch auf der Stone+tec?
Vor allem sehen junge Menschen, welche Produkten und Angebote es in unserer Branche auf dem Markt gibt. Anders als bei einer Hausmesse können sie sich unabhängig umschauen, Gespräche führen und sich beraten lassen. Das ist ein echter Erkenntnisgewinn. Als Berufsbildungswerk des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks (bbw) bieten wir am Donnerstag einen speziellen Informationstag auf der Bühne in Halle 11 sowie über den gesamten Messezeitraum an unserem Stand. Geplant sind interessante Vorträge, ein Quiz und unterstützende Informationen für den Messebesuch. Das bbw unterstützt die Reise der Azubis über die Schulen und ÜLU finanziell.
Was können Besucher konkret erwarten – worauf sollten sie am Verbandsstand oder im Rahmenprogramm besonders achten?
Derzeit sind wir noch in der Detailplanung. Am Stand gibt es Informationen und Materialien zu unserer Arbeit, Raum für Gespräche, sowie Getränke und etwas Kleines zu essen. Neben dem BIV-Team sind unter anderem die Zusatzversorgungskasse (ZVK) mit Informationen zur Rente im Steinmetzhandwerk, das bbw, die Signal Iduna, Gedenkwerk Zedena eG, Meisterschulen und die ÜLU vertreten. Auf der zentralen Bühne werden wir ebenfalls Vorträge anbieten. Und nicht zu vergessen: Unser Nachwuchswettbewerb vor dem Eingangsbereich zur Messe. Das Motto lautet in diesem Jahr: »Lesen, lauschen, lachen«. Am Freitagabend findet die Preisverleihung statt und anschließend feiern wir bei unserer Steinmetzparty am Stand die Preisträger, die Branche und unsere Mitglieder.
Viele Betriebe kämpfen mit Themen wie Fachkräftemangel, Bürokratie und Preisdruck. Inwiefern bietet die Stone+tec eine Plattform, um solche Anliegen zu bündeln und gemeinsam gegenüber Politik und Industrie zu adressieren?
Man stelle sich die Schlagzeile vor: Die Stone+tec ist tot! Das wäre ein klares Signal an die Politik, dass wir uns selbst nicht mehr als relevanten Wirtschaftszweig ernst nehmen. Denn eine Messe sind Aussteller und Besucher – ein Spiegelbild unserer eigenen Wahrnehmung. Wir haben die Messe in den letzten Jahren genutzt, um politische und handwerkspolitische Vertreter einzuladen, insbesondere zur Messeeröffnung und zur Preisverleihung des Nachwuchswettbewerbs. Diese Gelegenheiten sind wichtig, um unsere Interessen und Forderungen klar zu adressieren. Wir müssen wahrgenommen werden, Anlässe bieten. Dafür ist eine Messe hervorragend geeignet.
Gibt es Programmpunkte oder Schwerpunkte, auf die Sie sich persönlich besonders freuen – und was würden Sie einem Betrieb sagen, der noch zögert, ob sich die Reise zur Stone+tec lohnt?
Ich freue mich besonders auf den Nachwuchswettbewerb. Er ist immer ein toller »Opener« für die Messe: Wenn man den jungen Leute bei der Arbeit zusieht, weiß jeder sofort, wo man ist. Außerdem macht es Spaß, mit den jungen Menschen zusammen zu sein und ihre Motivation sowie Aufbruchstimmung zu spüren.
Den Betrieben sage ich: Kommt nach Nürnberg. Die Stone+tec – und damit unsere Branche – lebt von jedem Einzelnen. Zeigt nicht auf andere, werdet selbst aktiv. Wenn wir wollen, dass der Naturstein und das Steinmetzhandwerk eine Zukunft haben, müssen wir alle etwas dafür tun. Wenn man es wirklich will, gibt es immer etwas zu entdecken und mitzunehmen. Ganz zu schweigen von den Begegnungen mit Gleichgesinnten. Es ist eine Frage der persönlichen Entscheidung für die Gemeinschaft.
Stone+tec 2026: Halle 11, Stand A12+A16+A10+A11
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