Generation Z wählt Handwerk statt Universität

Immer mehr Jugendliche in Großbritannien entscheiden sich für traditionelle Handwerksberufe wie Steinmetz. (Foto: Pixabay/falco)

Immer mehr Jugendliche in Großbritannien entscheiden sich für traditionelle Handwerksberufe wie Steinmetz, u.a. um hohe Studienschulden zu vermeiden. Die Regierung fördert diesen Trend durch finanzielle Unterstützung für Ausbildungsprogramme.

Immer mehr Jugendliche in Großbritannien entscheiden sich bei ihrer Berufswahl für traditionelle Handwerksberufe wie Steinmetz, Schafscherer und Fischer. Diesen Trend belegen laut der britischen Tageszeitung "The Telegraph" die jüngsten Zahlen des Institute for Apprenticeships and Technical Education (IfATE), der staatlichen Agentur für Berufsausbildung. Abgeschreckt durch die Aussicht auf hohe Studienschulden, wende sich die Generation Z vermehrt jahrhundertealten Berufen zu, heißt es in der Pressemeldung. Insbesondere zeige sich ein Anstieg von Schulabgängern, die eine Karriere in der Kulturerbe-Industrie anstreben. Im vergangenen Jahr begannen beispielsweise 53 Personen eine Ausbildung zum Steinmetz, gegenüber nur einem im Jahr 2020. Ein Beispiel sei der 24-jährige Billy Brad, der nach seinem Abitur eine Ausbildung zum Steinmetz angefangen habe. Seit sechs Monaten sei er nun voll qualifiziert. "Jede Arbeit ist anders", sagt er über seinen Arbeitsalltag. Er habe sich bewusst gegen einen Schreibtischjob entschieden, da er lieber praktisch arbeite.

Die Regierung reagiert auf diesen Trend mit Reformen, um die Finanzierung von Ausbildungsprogrammen zu erhöhen und die Bürokratie abzubauen. Seit April übernimmt die Regierung nach eigenen Angaben die vollen Kosten für Lehrstellen für Jugendliche unter 21 Jahren in kleinen Unternehmen. Obwohl das Interesse an traditionellen Handwerksberufen wächst, weist Jennifer Coulands vom IfATE darauf hin, dass die Zahlen im Vergleich zu anderen Branchen immer noch niedrig sind: “Wenn man an die Steinmetze denkt, hatten wir letztes Jahr 53 und dieses Jahr bisher 29 – wir sehen also ein Wachstum, aber auf der anderen Seite haben wir 25.000 Auszubildende im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik.”

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