Campus Vivorum wird eröffnet

Der "Campus Vivorum" zeigt den Bedarf an "Räumen des Abschiednehmens" auf. Alle Beisetzungsorte ermöglichen trauernden Menschen selbstbestimmtes Handeln, ohne ihnen Verpflichtungen aufzuerlegen.
Der "Campus Vivorum" zeigt den Bedarf an "Räumen des Abschiednehmens" auf. Alle Beisetzungsorte ermöglichen trauernden Menschen selbstbestimmtes Handeln, ohne ihnen Verpflichtungen aufzuerlegen.

Das weltweit erste Experimentierfeld für eine erfogreiche Friedhofsentwicklung ist fast fertig. Am 29. Juni geht am Gelände der Kunstgießerei Strassacker in Süßen der von der Initiative "Raum für Trauer" gestaltete "Campus Vivorum" an den Start.Der Campus zeigt, wie Friedhöfe trauernde Menschen optimal unterstützen können.

Welchen Beitrag können die Friedhöfe für das Wohlbefinden der Bürger leisten? Wohin sollten sie sich weiterentwickeln, um Trauernde im Sinne der Daseinsfürsorge von Kommunen und Kirchen besser unterstützen zu können? Wie müssen die Verantwortlichen Orte gestalten, die trauernde Menschen gerne und bewusst aufsuchen, um dort Erfahrungen machen zu können, die sie als heilsam empfinden? 

In den letzten Jahren hat die Initiative "Raum für Trauer" erforschen lassen, ob und wie Friedhöfe diese Herausforderungen erfüllen können. Dabei wurde gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Psychologie, Soziologie, Trauerund Trendforschung, Landschaftsarchitektur, Architektur und mit den Experten sämtlicher am Friedhof tätiger Berufe umfassendes Grundlagenwissen erarbeitet. Eine wesentliche Erkenntnis ist dabei, dass auch pflegefreie Gräber stärker als bisher gedacht als Trauerorte für Hinterbliebene gestaltet werden sollten. Viele Trauernde brauchen den Studien zufolge die Möglichkeit, ihrer Trauer direkt am Grab Ausdruck zu verleihen, um sie nach und nach beruhigen und in liebendes Gedenken wandeln zu können. "Raum für Trauer" setzt die entsprechenden architekturpsychologischen Gestaltungsprinzipien jetzt in einem weltweit ersten Experimentierfeld zur Friedhofsentwicklung um: Im Süßener "Campus Vivorum" sollen sie in Kürze erlebbar sein. Hier sollen sie Friedhofsverwaltern und allen anderen am Friedhof Tätigen Anregungen für eine zukunftsorientierte Entwicklung von Friedhöfen geben.

Heilsam trauern
Die Gestaltung des Campus Vivorum folgt konsequent dem Gedanken des "heilsamen Trauerns". Er zeigt Lösungen, die sich auch bei pflegefreien Gräbern an den Bedürfnissen der Hinterbliebenen orientieren – ihnen beispielsweise die Möglichkeit geben, persönliche Grüße direkt am Beisetzungsort abzulegen. Durch die Ausgestaltung unterschiedlicher Bereiche sollen sich Trauernde auf Friedhöfen eingeladen und verstanden fühlen. Der "Campus Vivorum" beinhaltet
"Räume des Abschiednehmens" mit Beisetzungsorten, die ein selbstbestimmtes Handeln ermöglichen, jedoch keine Verpflichtungen beinhalten. Ergänzt werden sie von Bereichen des Erinnerns, des Begegnens sowie der Beobachtung und des Erlebens der Natur. "So wird der Friedhof der Zukunft ein akzeptierter und wertgeschätzter Bestandteil der kommunalen Infrastruktur und erhält die Chance, wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Der 'Campus Vivorum' soll das erlebbar machen und zur Weiterentwicklung der Friedhöfe motivieren", so der Sprecher der Initiative Günter Czasny.

Steinmetzen herzlich eingeladen
Die Eröffnung des Campus Vivorum findet vom 29. Juni bis 2. Juli 2023 statt. Kommunale Entscheider, wie Friedhofsverwalter, sind für den 29. Juni nach Süßen eingeladen. Vertreter aller am Friedhof tätigen Berufe können den Campus Vivorum dann im Rahmen der "Zukunftstage" am 30. Juni und 1. Juli erleben.

Steinmetzen bitte anmelden unter: www.zukunftstage.raum-fuer-trauer.de 

Initiative Raum für Trauer
c/o Ernst Strassacker GmbH & Co. KG
Kunstgießerei, Günter Czasny
Staufenecker Straße 1
73079 Süßen
Tel. 07162 16-344
guenter.czasny@strassacker.de

(Veröffentlicht am 12. Juni 2023/ ck)
 

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