Brâncuși-Ausstellung in Berlin: Atelier, Skulpturen und Werkprozesse

Ausstellung des Bildhauers Constantin Brâncuși in der Neuen Nationalgalerie in Berlin
Die Bearbeitung der Oberfläche war für den Bildhauer Brâncuși fundamental. Vielfach polierte er sie und ließ teils hochglänzende, reflektierende Flächen entstehen. Für die Präsentation seiner Werke nutzte er häufig aus mehreren Elementen bestehende, zur Skulptur gehörende, eigene Sockel. (Foto: Sabine Meißner)
Skulptur Seehund von Bildhauers Constantin Brâncuși
Zu Brâncușis Tierwelt gehört die Skulptur „Seehund“ in den Maßen 110,5 x 121,5 x 34 cm, geschaffen 1943 aus dunkelblauem Marmor auf einem Sockel von 150 cm Durchmesser. Glatte, reflektierende Oberflächen sowie eine formale Reduktion auf die wesentlichen Linien sind charakteristisch für den Künstler. Rechts im Bild die Projektion der Skulptur „Leda“, eine Version der mythologischen Figur, die er zuerst aus weißem Marmor und später, wie hier zu sehen, aus polierter Bronze schuf. (Foto: Sabine Meißner)
Teil der Ausstellung: das Atelier des Bildhauers Constantin Brâncuși
Herzstück der Retrospektive zu Brâncușis Schaffen ist die Teilrekonstruktion seines Pariser Ateliers, das für den Künstler sowohl Arbeits- als auch Wohnraum war. Er betrachtete es als eigenständiges Kunstwerk und präsentierte in seiner zweiten Lebenshälfte darin seine Werke. (Foto: Sabine Meißner)

Der rumänisch-französische Bildhauer Constantin Brâncuși steht im Mittelpunkt einer Ausstellung der Neuen Nationalgalerie in Berlin, die noch bis zum 9. August 2026 zu sehen ist. Präsentiert werden rund 150 Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien. Die Ausstellung verdeutlicht, wie seine reduzierte Formensprache mit der räumlichen Inszenierung der Werke verbunden ist. Sockel aus Holz oder Stein erscheinen dabei nicht nur als Träger, sondern als eigenständige Bestandteile der Skulpturen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der teilweisen Rekonstruktion seines Pariser Ateliers, die erstmals außerhalb Frankreichs gezeigt wird. Dazu gehören ein monumentaler Kalksteinkamin, Holzhocker, Gipstische, Schleifsteine und Bildhauerwerkzeuge. Ein von Brâncuși gefertigter Türbogen aus Eichenholz führt in die als geschlossenes Gesamtkunstwerk verstandene Arbeitsumgebung.

Die Ausstellung zeigt, wie Materialien, Werkzeuge, Sockel und räumliche Anordnung zusammenwirken. Ergänzende Filmaufnahmen vermitteln Einblicke in die Arbeitsweise des 1957 verstorbenen Bildhauers, der Formen stark reduzierte und Oberflächen gezielt bearbeitete.

Hinweis: Ein Artikel von Sabine Meißner über den Bildhauer erscheint in der Oktoberausgabe Naturstein, die ab dem 1.10.2026 zur Verfügung steht. 

Zurück