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Was bringt die 3D-Technik?

Steinoberfläche
Mit Robotertechnik hergestellte Steinoberfläche (Fotos: Robert Stadler)
Gruppenbild 6. Rorschacher Steinfachgespräch
Gruppenbild des 6. Rorschacher Steinfachgesprächs

Beim diesjährigen Steinfachgespräch zum Thema "Die neue Steinbearbeitungstechnik" informierten sich rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland und der Schweiz über Chancen und Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung auf die Architektur und die Natursteinbranche. Wie stark Roboter bereits in der Natursteinverarbeitung und -bearbeitung Einzug gehalten haben, schilderte Hermann Graser jr., Geschäftsführer der Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser GmbH, die letztes Jahr 50-jähriges Bestehen feierte (Naturstein 9/2015, S. 42). Er glaubt, dass die Vorfertigung durch den Roboter es dem Bildhauer ermöglicht, innerhalb relativ kurzer Zeit anspruchsvolle filigrane Kleinstarbeiten an einer Vielzahl verschiedenartiger Bauteile auszuführen, was die bildhauerische Arbeit noch interessanter mache. 

Plastische Oberflächen leicht gemacht
Die 3D-Technik eröffnet aber nicht nur in der Renovierung oder in der Rekonstruktion von historischen Steinbauteilen neue und wirtschaftliche Produktionsmöglichkeiten. Auch für Architekten fallen bei der Gestaltung mit Naturstein weitere Grenzen. Mit Robotern können einfach und schnell auch Natursteinelemente produziert werden, die sich mit neuartigen plastischen Oberflächen von den allgegenwärtigen einfachen und oft gesichtslosen Plattenfassaden abheben.

Allgemein wird in Architektur und Bau heute vermehrt digital geplant und gefertigt, erklärte der Informatiker Fabian Scheurer von der Firma designtopro­duction, Zürich und Stuttgart. Die direkte Verbindung zwischen der computer­gestützten Planung und der computer­gesteuerten Fertigung sei aber nach wie vor eine Baustelle, weil der digitale Prozess dazwischen oft abreiße. Hier seien noch große Lücken zu schließen.

Low-tec spart Kosten & Energie
Skepsis gegenüber zu viel digitaler Gebäudetechnik äußerte der St. Galler Kantonsbaumeister Werner Binotto. In einem Vortrag mit dem amüsanten Wortspiel-Titel "Ana log, sie sei im Digi-Tal" setzte er ein großes Fragezeichen hinter den Trend zur kompletten Digitalisierung. Er verwies dabei auf die enorm steigenden Kosten, welche nicht nur die Einrichtung, sondern speziell auch der Betrieb und der Unterhalt einer zusehends aufwendigeren Gebäudetechnik mit sich bringen.

Großflächige Verbundelemente
Über die Entwicklung eines neuen Wandelements, bestehend aus einer strukturierten großflächigen Natursteinplatte und einer fest damit verbundenen Dämmschicht, berichteten die Zürcher Architektin Kornelia Gysel, Stefan Stüssi, Geschäftsführer der Befag Betonvorfabrikation AG, Flüelen/Kanton Uri, und Veranstalter Hans-Jakob Bärlocher. Zusammen mit weiteren Partnern hatten sich die Genannten 2014/2015 an einem wissenschaftlich begleiteten Pilotprojekt beteiligt. Bei den dabei entwickelten Elementen sind alle Aussparungen, z.B. für Fenster und Türen, ebenso vorhanden wie Hohlräume zum problemlosen Verlegen von Versorgungsleitungen. "Naturstein" wird in einer späteren Ausgabe auf diese – allerdings noch nicht produktionsreife – Neuentwicklung zurückkommen.

Einsatzmöglichkeiten der Digitaltechnik beim Konzipieren, Komponieren und Konstruieren in der Freiraumgestaltung beleuchtete die Landschaftsarchitektin Ingrid Schegk, Professorin an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (Bayern). Reiner Krug, Geschäftsführer des Deutschen Naturwerkstein-Verbands (DNV), erklärte die fachgerechte Konstruktion und Montage von massiven Bauteilen aus Naturstein.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in unserer nächsten Ausgabe, die am 1. August erscheint!

(Erschienen am 20.07.2016)

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