Massive Mauerwerksfassaden

Die Fassaden des Berliner Schlosses sind massive Mauerwerksfassaden.
Die Vormauerschale des Historischen Museums Frankfurt besteht aus NECKARTÄLER HARTSANDSTEIN. (Foto: Roman Gerike)
Das Dienstleistungszentrum Iphofen aus STEIGERWALD-QUARZIT bindet sich harmonisch in das historische Umfeld ein. (Foto: Ralf Dieter Bischoff)
Die maschinengespaltene Fassade der Bibliothek Kloster Loccum ist aus BUCHER SANDSTEIN. (Foto: Maja Wirkus)
Die Mauersteine sind in einer Steindicke von ca. 9 bis 12 cm ausgeführt.
Die Mauerwerksfassade des neuen IT-Zentrums des Erzbistums Paderborn wurde mit LEISTÄDTER SANDSTEIN als ca. 12 cm dicke Vormauerschale verwirklicht.
Die Vormauerschale ist mit einer Steindicke von ca. 12 cm sowie mit nur 3 mm breiten Fugen ausgeführt.

Sie sind besonders steingerecht, haben viele Vorteile und liegen im Trend. Die Rede ist von massiven Mauerwerksfassaden aus Naturstein. Im Vergleich zur vorgehängten hinterlüfteten Fassade wird bei Mauerwerksfassaden etwa das Zweieinhalbfache an Stein verbaut. Dennoch dürfen sie als wirtschaftlich gelten.

Naturstein ist ein Baustoff der Vergangenheit und Gegenwart, vor allem aber auch der Zukunft, besitzt er doch eine hervorragende Ökobilanz. Im Zuge der immer intensiver geführten Nachhaltigkeitsdebatten und dem steigenden Bedarf an nachhaltigen Baustoffen rücken Natursteinfassaden mehr und mehr in den Fokus der Architektur. Naturstein ist einer der nachhaltigsten Baustoffe, da er nicht erst energieaufwendig hergestellt werden muss, sondern bereits seit Millionen von Jahren als fertiger Rohstoff in der Natur vorhanden ist. Auf den ersten Blick mögen Fassaden aus Naturstein teuer erscheinen. Vergleicht man sie jedoch über die gesamte Nutzungsdauer mit Fassaden von ähnlicher Wertigkeit, erkennt man schnell die wirtschaftlichen Vorteile dieses Werkstoffs aus der Natur. Außerdem fügen sich Fassaden aus heimischen Natursteinen wunderbar in die historische Bausubstanz unserer Städte ein.

Seit mehreren Jahrzehnten werden Natursteinfassaden vornehmlich als vorgehängte, hinterlüftete Fassade ausgeführt. Immer öfter findet man aber wieder Fassaden, die als massives Mauerwerk ausgeführt sind, und zwar sowohl bei Rekonstruktionen wie dem Berliner Schloss oder dem Museum Barberini in Potsdam als auch bei Neubauten wie dem Historischen Museum in Frankfurt am Main, dem IT-Zentrum des Erzbistums Paderborn oder der Bibliothek des Klosters Loccum. 
Die Vorsatzschale aus Mauerwerk trägt sich dabei selbst als Wand und ist nur an wenigen Punkten an den Rohbau angebunden. Im Vergleich zur vorgehängten hinterlüfteten Fassade wird bei Mauerwerksfassaden etwa das Zweieinhalbfache an Stein verbaut. »Diese Fassaden sind in aller Regel nicht nur material gerechter, sondern – über die gesamte Lebensdauer betrachtet – auch wirtschaftlicher, erübrigt sich doch oft eine komplizierte Unterkonstruktion «, so Hermann Graser jun., Geschäftsführer des Bamberger Natursteinwerks Hermann Graser, das die hier abgebildeten Mauerwerksfassaden verwirklicht bzw. geliefert hat (www.bamberger-natursteinwerk.de).

Viele Vorteile
Die Massivität der Fassade bringt zudem den Vorteil mit sich, dass sie stabiler gegen äußere Einwirkungen ist, zum Beispiel gegen Stöße oder Reibungen, wie sie vor allem im Erdgeschoss vorkommen. Ein Vorteil von massiven Mauerwerksfassaden ist darüber hinaus, dass man aus dem gleichen Naturstein massive, weit spannende Bauteile wie beispielsweise Fensterstürze oder tragende Balken in die Fassade integrieren kann. So wurden zum Beispiel beim Neubau des Historischen Museums in Frankfurt massive Stürze mit einer Länge von ca. 3,40 m verwirklicht. 

Last but not least können Planer in Mauerwerksfassaden durch 3D-Geometrien eine individuelle Architektursprache umsetzen. Dadurch eröffnen sich unzählige neue Gestaltungsmöglichkeiten im Fassadenbau. 

(30.05.2022/Holl)
 

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