Anzeige

Marketing pro Friedhof

Modell der Sphinx, die 2019 in KELHEIMER KALKSTEIN umgesetzt werden soll. Foto: Innung München-Oberbayern
Historische Aufnahme der Aussegnungshalle auf dem Münchner Nordfriedhof.

Zwei Sphingen – so der früher gebräuchliche Plural von Sphinx – bewachten seinerzeit das Portal der Aussegnungshalle auf dem Münchner Nordfriedhof. Zuletzt wurde eines der beiden Fabelwesen vor 60 Jahren am Friedhofseingang gesichtet. Seither sind die Figuren verschollen. Nun hat der Gesundheits­ausschuss des Münchner Stadt­rats beschlossen, die Fabelwesen originalgetreu nachbilden zu lassen. Anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Münchner Friedhofsverwaltung sollen sie im nächsten Jahr als Rekonstruktionen auf den Nordfriedhof zurückkehren. Eine Skulptur bekommt die Stadt geschenkt. Die Innung München-Oberbayern hat sich auf Initiative von Obermeister Markus Steininger mit Unterstützung des LIV Bayern dazu bereit erklärt, die Originalfigur nach historischen Vorlagen zu rekonstruieren. Das Modell ist bereits erstellt und wird 2019 in Zusammenarbeit mit der Münchner Meisterschule und Lehrlingen in KELHEIMER KALKSTEIN umgesetzt. 

Sphinx im Werden

In einer "Bauhütte" werden die Steinbildhauer unter Aufsicht von Wolfgang Gottschalk die Öffentlichkeit über sechs Monate mitten auf dem Nordfriedhof daran teilhaben lassen, wie das Fabeltier entsteht, und auf diese Weise auch für unser Handwerk werben. Den Rohling für die Skulptur stiftet die Firma Kelheimer Naturstein; weitere Sponsoren sind willkommen. Die zweite Skulptur will die Stadt auf eigene Kosten erstellen lassen. Dazu soll es 2019 eine Ausschreibung geben, hieß es am 8. November auf SZ.de.

Berühmt wurden die Sphingen durch Thomas Mann, der in seiner Novelle "Tod in Venedig" die Aussegnungshalle mit ihrem Portal und den apokalyptischen Sphingen beschrieb. Der Anblick der Figuren löst beim Protagonisten eine Todes­ahnung aus. Als er in dieser Stimmung einen Fremden in Reisekleidung vor dem Portal stehen sieht, stellt sich bei ihm Reiselust ein, "wahrhaft als Anfall auftretend und ins Leidenschaftliche, ja bis zur Sinnes­täuschung gesteigert", worauf er nach Venedig reist. 

Grabmale im Stadtgeschehen

Zusammen mit der Friedhofsverwaltung, den Kirchen sowie den Friedhofsgärtnern und Floristen, den Bestattern und einem Schmied planen die Steinmetze 2019 eine weitere Aktion pro Friedhof: Im Rahmen der 200 Jahr-Feier der Münchner Friedhofsverwaltung werden am 6./7. April 2019 fünf Grabmale mit Anpflanzung präsentiert. Diese Gräber wandern dann vor die Feldherrnhalle am Odeonsplatz (17./18. Mai), vor die Siemenszentrale am Wittelsbacherplatz (5./6. Juli), an den Harras (20./21. September) und schließlich direkt vor das Siegestor (11./12. Oktober). Zur Ausstellung ist jeweils ein Beratungsstand vorgesehen. Naturstein wünscht viel Erfolg!

(veröffentlicht am 23.11.2018)

Zurück