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Innovationen im Handwerk – präsentiert auf der Stone+tec

Nach einer Pressekonferenz am 2. Juni in Nürnberg, v. l. n. r.: Akemi-GF Dr. Dirk Hamann, DNV-Präsident Hermann Graser, AFAG-GF Thilo Könicke, Bundesinnungsmeister Markus Steininger und AFAG-GF Henning Könicke (Foto: AFAG)
Von Richard Watzke stammt die Kugelbahn, die auf der Messe zu sehen ist.
In einer Lebenden Werkstatt werden Besucher über den Einsatz von Software und die richtige Anwendung bauchemischer Produkte informiert. (Fotos: Richard Watzke)
In der Innovation Area sind bearbeitete Rohplatten zu sehen. Die Platten stammen von Franken-Schotter und Lauster, die Bearbeitung leistet die Firma König.

Am 2. Juni wurden in einer von der AFAG Messen und Ausstellungen GmbH veranstalteten Pressekonferenz Details zu einer „Innovation Area“ bekanntgegeben. Auf der kommenden Stone+tec wird es damit erstmals einen eigenen Bereich für das Thema Digitalisierung im Steinmetzhandwerk geben.

Anhand von ausgewählten Beispielen und praktischen Vorführungen erfahren Messebesucher aus erster Hand, wie sich Scanner, 3D-Drucker und andere elektronische Hilfsmittel im Entwurfsprozess nutzen lassen. Ebenfalls neu ist eine Lebende Werkstatt, in der Anwendungstechniker verschiedener Unternehmen Tipps und Tricks zur Verlegung und Montage anspruchsvoller Materialien geben. Außerdem werden die gesamte Messe und der Kongress ohne corona-bedingte Einschränkungen stattfinden können. 

Scanner, 3D-Drucker und andere elektronische Geräte sind in der Industrie und bei vielen Hobbys keine Seltenheit mehr. Im Steinmetzhandwerk hingegen sind sie zwar bekannt, aber noch nicht weitreichend in den Arbeitsprozess eingebunden. Um den Besuchern die vielfachen Möglichkeiten der Digitalisierung näherzubringen, veranstaltet die Stone+tec eine Sonderschau im CCN West direkt im Eingangsbereich der Messe.

Als Vorreiter im Bereich 3D-Scannen werden Forscher der Universität Bamberg Einblicke in die Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen der unterschiedlichen Scanner und Technologien geben. Die für die Bedürfnisse der Denkmalpflege und Bauforschung adaptierten Verfahren der Bamberger Bauforscher werden bei besonders anspruchsvollen und komplexen Projekten wie der präzisen Vermessung der Kathedrale Notre Dame in Paris genutzt. Auch für Natursteinunternehmen bieten die Forscher Unterstützung bei der präzisen Erfassung dreidimensionaler Objekte als Vorbereitung zur CNC-Weiterverarbeitung. 
In die Welt der Visualisierung führt ein weiterer Stand ein. Dort nimmt Steinmetz Simon Mühlbach aus Hohenhameln Besucher mit auf eine Reise in sein virtuelles Bildhaueratelier. Darin werden Projekte via Hochleistungsrechner modelliert und für die nachfolgende, reale Umsetzung in Stein vorbereitet.
Fertigungsverfahren aus der sogenannten Maker Szene präsentiert das Fablab Nürnberg. Ein 3D-Drucker im Livebetrieb produziert während der Messe ein Modell eines gotischen Maßwerks. Vertreter des Fablab geben am Stand Tipps für Steinmetze, die sich einen 3D-Drucker für die eigene Werkstatt anschaffen wollen. 
Interaktive Online-CNC-Kurse ermöglicht das von der EU geförderte Projekt ComP-ASS. Am Stand wird das Projekt vorgestellt und das Prinzip des Fernunterrichts für CNC-Neulinge anhand einer praktischen Programmieraufgabe dargestellt. Eine Tisch-CNC-Fräse lässt die Programmierung unmittelbar überprüfen. 

Oberflächen neu gedacht 
Ein großer Vorteil von Naturstein gegenüber künstlichen, industriellen Werkstoffen ist die Möglichkeit, die Oberfläche individuell zu bearbeiten. In einer Kooperation der Werkzeugprofis von J. König aus Karlsruhe und den DNV-Mitgliedern Franken-Schotter und Lauster Firmen untersuchen die Techniker neuartige CNC-Oberflächenbearbeitungen. Dabei werden bestehende Bearbeitungsschritte und Werkzeuge neu kombiniert. Das Ergebnis sind Texturen und ornamentale Strukturen, die sich auf Drehkopfsägen und anderen CNC-Maschinen reproduzieren lassen. 
Weitere Anregungen zum Thema digitales Entwerfen und CNC-Fertigen gibt eine Kooperation vom Schweizer Designer Urs Greutmann mit Richard Watzke und dem EFBZ Wunsiedel sowie eine vom Kamenzer Granitwerk, Richard Watzke und der Stadt Nürnberg realisierte Kugelbahn aus Jurakalkstein für einen neuen Nürnberger Spielplatz.  

Tipps und Tricks auf der Lebenden Werkstatt
Praktische Anwendungstipps rund um die Verklebung dünner Werkstücke sowie die fachgerechte Montage, Verlegung, Reinigung und Pflege anspruchsvoller Materialien geben die Vortragenden von Akemi, Lithofin, Mapei und Möller auf der „Lebenden Werkstatt“. Die kostenfrei besuchbaren Vorträge finden an allen vier Messetagen statt. Den sicheren Umgang mit gesundheitsgefährdendem Staub erörtert die BG Bau, und das Softwarehaus Dietrich aus Volkach demonstriert, wie sich die Verlagerung von Anwendungen auf mobile Endgeräte im Rahmen der Warenwirtschaft, im Bestellwesen und in der Lagerbestandsverwaltung nutzen lässt. 

(02.06.2022/ap)

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