Gespräch über Friedhofskultur

Olaf Bunger (M.) zeigt Dieter Rathing (l.) und Claus Dreier (r.) das Materiallager des Steinmetzzentrums.

Entwicklungen im Bereich der Friedhofs- und Trauerkultur sowie die Gestaltung von Gottesäckern waren am 30. Mai Themen bei einem fachlichen Austausch in Königslutter. Zu der Veranstaltung hatte  Olaf Bunger, Leiter des örtlichen Bildungszentrums für das Steinmetz- und Bildhauerhandwerk, Superintendent Dieter Rathing und Handwerkspastor Claus Dreier von der evangelischen Landeskirche Hannover eingeladen.

Bei einem Rundgang durch die Werkstätten des Kompetenzzentrums konnten sich die Gäste zunächst einen Überblick über Ausbildungsmaßnahmen für Meister, Gesellen und Lehrlinge im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk verschaffen. Darüber hinaus stand ein Besuch der angrenzenden Berufs- und Fachschule für Steinmetze auf dem Programm.

Im Anschluss diskutierten  die Beteiligten über Aufstellregelwerke für Grabsteine, Sakralbauten und die Restaurierung von Grabsteinen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie man Betreiber und Verwalter von Friedhöfen stärker für deren Ausgestaltung mit Grabmalen sensibilisieren kann. "Alternative Bestattungsformen wie Friedwälder oder anonyme Bestattungen sind auf dem Vormarsch", betonte Bunger. "Da spielen Grabsteine keine Rolle mehr." Gemeinsam mit der Kirche engagiere man sich gegen das Aussterben der traditionellen Trauerkultur  und die Verödung von Friedhöfen.

Bei einem weiteren Treffen wollen die Vertreter des Steinmetzhandwerks und der Kirche das Thema vertiefen. U.a. sind auch Grabmalgestaltungs-Workshops für Friedhofsbetreiber angedacht. „Grabstätten mit individuellem Grabstein sind schließlich ein wichtiger Teil unserer kulturellen und religiösen Identität“, so Bunger.

www.steinmetzzentrum.de

(23.6.2016)

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