Erinnerung an den Schöpfer des Innungszeichens

Josef Aschenbrenner, Schöpfer des heutigen deutschen Steinmetz-Innungszeichens
Josef Aschenbrenner (1875 - 1945) - Schöpfer des heutigen deutschen Steinmetz-Innungszeichens (Fotos: Uwe Schön)
Steinmetzzeichen von Josef Aschenbrenner
Das Zeichen von Josef Aschenbrenner (natürlichen ohne seine Initialen) ist bis heute das der deutschen Steinmetzverbände.

Es war in den 1920er Jahren als Josef Aschenbrenner ein Zeichen verwendete, das bis heute dem deutschen Steinmetzhandwerk als Verbands- und Innungszeichen dient. Zum 150. Geburtstag von Josef Aschenbrenner sei an den Münchner Landesgewerberat und Steinmetzmeister erinnert. Dessen Lebensweg hat Uwe Schön, Steinmetzmeister in Köthen, nach akribischer Spurensuche nachgezeichnet (Naturstein 03/2023).

Am 17. Dezember 1875 als Sohn des Münchner Steinmetzmeisters Georg Aschenbrenner in Vilshofen geboren, übernahm Josef Aschenbrenner 1898 den väterlichen Betrieb am Münchner Nordfriedhof.
1907 gründete er den Arbeitgeberverband „Vereinigung Münchner Steinmetzmeister und Werkstätten für Grabmalkunst“. Er war Vorsitzender der Verbände der Steinmetzmeister und Steinbildhauer in München und Bayern und Funktionär im Deutschen Steinindustrieverband.
1919 war er Gründungsmitglied des Deutschen Grabmal-Gewerbeverbands DEGRAV und Vorsitzender der Gruppe Süddeutschland. Außerdem gründete er die „Einkaufsgenossenschaft der süddeutschen Steinbildhauer und Steinmetzmeister“. Dessen Logo war bereits 1920 das von Aschenbrenner entworfene und verwendete Zeichen. Im August 1926 wurde es schließlich das Verbandszeichen der DEGRAV.

Josef Aschenbrenner bekleidete viele Ämter und Funktionen und war zwischen 1929 und 1932 auch Schriftleiter des Druckerzeugnisses „Der deutsche Steinbildhauer, Steinmetz und Steinbruchbesitzer“.
Von 1930 bis 1932 war er Präsident der Handwerkskammer für Oberbayern und 1933 noch einmal Herausgeber der Bundeszeitung im „Deutschen Steinbildhauer“, eher er 1934 alle seine beruflichen Tätigkeiten und Funktionen aufgab. Die Gründe dafür bleiben im Dunkeln.
Josef Aschenbrenner lebte zuletzt mit seiner Frau in Wörishofen, wo er am 4. Januar 1945 starb. Er wurde in einer Familiengrabstätte auf dem Münchner Nordfriedhof beigesetzt, die allerdings längst abgeräumt ist. Die sterblichen Überreste von Josef Aschenbrenner befinden sich nach Recherchen von Uwe Schön „auf einer kleinen, schönen Wiese“ des Friedhofs. Schöns Wunsch ist, der bayerische Landesinnungsverband oder der Bundesverband möge hier eine Erinnerungstafel errichten. „Im Namen aller, die das Zeichen benutzen.“

Als Forscher und Sammler unterhält Uwe Schön in Köthen das Steinmetzmuseum Lehmann mit einem beachtlichen Bestand an historischen Werkzeugen, Büchern, Memorabilia, Gesteinsproben, Bildern und Dokumenten des Steinmetzhandwerks. 

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