Ein Grabzeichen im Gespräch

Grabmal von Frank Farian und seiner Mutter Cäcilia Reuther
Die Porträts von Frank Farian und seiner Mutter Cäcilia Reuther zieren die hohen Grabsteine. Zwischen ihnen ein Mikrofon. Und davor: ein Mischpult! (Foto: Willy Hafner)

Das aufwendig gestaltete Grabmal von Franz Reuther alias Frank Farian findet man auf dem Friedhof Gänsberg in Spiesen-Elversberg. Die vier mal vier Meter große Anlage kombiniert zwei hohe Stelen aus schwarzem schwedischem Granit mit lasergravierten Porträts von Farian und seiner Mutter, Golddruck-Schrift sowie einem zentral platzierten Retro-Standmikrofon. Ergänzt wird das Ensemble durch schwarze Liegeplatten mit Liedzitaten („By the rivers of Babylon“, „Der Mond ist aufgegangen“) und eine vollflächige Grababdeckung, die mittels bedruckter Folie detailgetreu das Mischpult des Produzenten zeigt, inklusive handschriftlicher Notizen und auf „Daddy Cool“ stehender Regler.

Neben der biografischen Einordnung Farians – vom „Schlagerfuzzi“ zum erfolgreichen Produzenten von Boney M. und Milli Vanilli inklusive des bekannten Playback-Skandals – wird das Grabmal als stark personalisiertes Zeichen beschrieben, das sowohl Herkunft als auch musikalisches Lebenswerk sichtbar macht. Trotz diskutabler Detailqualität in Gestaltung und handwerklicher Ausführung wird das Monument in die Tradition repräsentativer Gedenk- und Künstlergrabmäler seit der Renaissance gestellt. Gleichzeitig wird die Frage aufgeworfen, ob solche prominenten und individuell gestalteten Grabzeichen Friedhöfe zu touristischen Anziehungspunkten machen und so neue Impulse für die Friedhofskultur setzen können.

Der ausführliche Bericht über dieses Grabmal ist in unserer >>>Dezemberausgabe Naturstein erschienen.

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