Wechsel an der ZDNW-Spitze

BIM Gustav Treulieb folgt DNV-Präsident Joachim Grüter an der ZDNW-Spitze

Um Marketingmaßnahmen und die bevorstehende Stone+tec ging es auf der Mitgliederversammlung des Zentralverbands der Deutschen Natursteinwirtschaft am 20. November in Nürnberg. Turnusgemäß wechselte die Präsidentschaft.

Rotation ist nicht nur im Fußball beliebt, sie wird auch beim ZDNW praktiziert. Mit der Präsidentschaft im gemeinsamen Dachverband wechseln sich DNV und BIV traditionell und regelmäßig ab. Für die nächsten zwei Jahre übernimmt BIM Gustav Treulieb die Führung. Er folgt DNV-Präsident Joachim Grüter, der bei der offiziellen Amtsübergabe auf der Mitgliedsversammlung in Nürnberg Bilanz zog. Mit Aktionen wie der Brancheninitiative "Orte, die gut tun" habe man zuletzt wichtige Basisarbeit für die Vermarktung der eigenen Arbeit und Anliegen geleistet, so Grüter. Als Erfolg bezeichnete er die neue Webseite www.naturstein-unikat.de, die Beispiele für die Einsatzmöglichkeiten von Naturstein zeigt und Lust auf das Material machen soll. Den Internetauftritt haben DNV und BIV gemeinsam in Auftrag gegeben. Finanziert wurde das Projekt durch die Lizenzgebühren für das Naturstein-Logo und eine Marketingumlage von 100 €, die der BIV unter seinen Mitgliedern erhoben hatte.

Grüter wies darauf hin, dass Arbeitsbedingungen und soziale Standards in Schwellenländern mittlerweile nicht nur im Zusammenhang mit Grabsteinen aus Indien, sondern auch im Baubereich ein Thema seien. Man stehe in Kontakt mit FairStone und wolle das Thema offensiv angehen.

Noch stärker in der Öffentlichkeit bewerben will Grüter die Vorzüge, die Naturstein im Vergleich mit anderen Baustoffen hinsichtlich Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit besitzt. Eine geeignete Plattform hierfür biete die Stone+tec, die vom 29. Mai bis 1. Juni in Nürnberg stattfindet und auf der traditionell der Deutsche Naturstein-Preis verliehen wird. Für die Messe planen BIV und DNV u.a., an besucherintensiven Stellen in den Hallen Blöcke aus verschiedenen Regionen und entsprechendes Infomaterial zu platzieren. Nach Angaben von Treulieb will man auch die österreichischen und Schweizer Verbände an der Aktion beteiligen. Zum Angebot auf der Messe sollen auch Seminare gehören, in denen handwerklich gearbeitet wird. "Wir wollen zeigen, was mit Stein alles machbar ist und ein Gefühl für das Material vermitteln", so der BIM.

Auf europäischer Ebene plant man derzeit eine Studie, in der die Eigenschaften verschiedener Bodenbelagsmaterialien verglichen werden sollen. Laut Prof. Dr. Gerd Merke, der BIV und DNV in Friedhofsrechtsfragen berät und für den europäischen Verband EUROROC als Generalsekretär tätig ist, will man in das Projekt auch Länder wie die Türkei und Indien einbeziehen. Im Zusammenhang mit der Diskussion über Grabsteine und Kinderarbeit wies Merke darauf hin, dass der Steinmetz nicht mit zusätzlicher Bürokratie belastet werden dürfe. Ein Steinmetzbetrieb sei kein Global Player oder multinationaler Konzern und könne keine Arbeitsbedingungen im Ausland beeinflussen, geschweige denn kontrollieren.

(11.12.2012)

Autor: Sebastian Hemmer