Vom Naturwerksteinmechaniker zum Steinmetzmeister

Natursteinwerkmechanikerin Denise Ullrich bei der Arbeit an ihrem Meisterstück

Natursteinwerkmechaniker Robin Kurz bei der praktischen Meisterprüfung Teil I in den Ausbildungswerkstätten der HWK Koblenz (Fotos: HWK Koblenz)

Ein Pilotprojekt der Handwerkskammer Koblenz führt in Kooperation mit der Berufsbildenden Schule (BBS) Mayen Naturwerksteinmechaniker zum Steinmetzmeisterbrief. Der erste Lehrgang zur Vorbereitung auf die Teile I und II der Meisterprüfung begann im Oktober 2012 und endete im Januar 2014. Er wurde zunächst nur den Fachschülern an der berufsbildenden Schule Mayen im dritten Ausbildungsjahr angeboten, um zu testen, ob und wie das Konzept funktioniert. Der neue Vorbereitungslehrgang ist offen angelegt, hat im August 2013 begonnen und läuft bis Januar 2015. Unter den externen Teilnehmern sind auch Steinmetz- und Steinbildhauergesellen aus dem Handwerk.
 
Abends Vorbereitung auf den Meisterkurs
Parallel zum Blockunterricht in der BBS können die Azubis bei der HWK abends mit dem Vorbereitungslehrgang für Teil I (Fachpraxis) der Meisterprüfung beginnen. Für die sieben Teilnehmer des Pilotprojekts von Oktober 2012 bis Januar 2014, darunter eine Frau, war das Spalten, Hauen und Polieren des Steins von Hand absolutes Neuland. Nach Fertigstellen eines anspruchsvollen individuellen Meisterprüfungsprojekts stand eine Situationsaufgabe auf dem Programm. Das Stadtwappen von Koblenz galt es in entsprechender Qualität aus dem Stein herauszuarbeiten. Danach folgte Teil II (Fachtheorie) der Meisterprüfung. Die Vorbereitung dafür erfolgte für die jungen Leute aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zunächst als Selbstlerneinheit, die durch die HWK Koblenz fachlich intensiv begleitet wurde. Dann folgte bei der HWK zweimal ein Blockunterricht von jeweils drei Wochen. Am Ende stand die Prüfung.

Vorbereitungslehrgang wird empfohlen
Prüfungszeitpunkt und die Aufgaben legt der Meisterprüfungsausschuss ausschließlich auf Grundlage der Meisterprüfungsverordnung für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk fest. Dabei ist es unerheblich, aufgrund welcher Qualifikation ein Teilnehmer gemäß Handwerksordnung zur Meisterprüfung zugelassen wurde. Ein Vorbereitungslehrgang ist für die Ablegung der Meisterprüfung also keine Pflicht, aber absolut empfehlenswert. Die Prüfungsanforderungen sind für alle gleich.

Selbstständige Wahl der HWK
Die einzelnen Teile (I bis IV) der Meisterprüfung sind jeweils selbstständige Prüfungsteile und können unabhängig voneinander abgelegt werden. Wann und an welcher HWK die Teile III und IV absolviert werden, können die Teilnehmer selbst wählen, da die Meisterprüfungsverfahrensverordnung für die Ablegung der Teile III und IV keine fachliche Zuständigkeit des MPA fordert.
 
Informationen zum Lehrgang bei der HwK-Meisterakademie
Tel.: 0261/398-311
Fax: 0261/398-990
meister@hwk-koblenz.de
www.hwk-bildung.de/meister

(26.08.2014)

Autorin: Christine Kulgart