Verdi-Aufführung mit monumentalen Skulpturen

Verdi-Aufführung in der Arena von Verona

Skulptur des Bildhauers Igor Mitoraj

Stein, Skulptur, Verona, Oper, Verdi, Kunst, Kultur – das alles brachte am 13. Juli eine Aufführung der Messe "in Requiem" von Verdi in der Arena von Verona auf einen Nenner. Einen theatralischen Beitrag leistete dabei der polnische Maler und Bildhauer Igor Mitoraj mit seinen monumentalen Skulpturen.

100 Jahre Opernaufführungen in der Arena gleichzeitig mit dem 200-jährigen Verdijubiläum sollten mit doppelter Besatzung und Synergieeffekten auf mehreren Ebenen gebührend gefeiert werden: Auf der Bühne des größten Operntheaters der Welt legte sich mit Chor und Orchester der Arena und des Theaters La Fenice aus Venedig gleich eine doppelte Besetzung ins Zeug und brach eine monumentale Lanze für Gemeinschaftsaktionen statt Konkurrenz. Monumental war auch die Inszenierung - an sich schon eine Neuheit, da das Requiem üblicherweise als Konzert und daher ohne Bühnenbild aufgeführt wird.

Dazu wurde mit Igor Mitoraj ein international renommierte Künster ins Boot geholt: Er lebt und arbeitet in Paris und dem „Steinmecca“ Pietrasanta in der Toskana, wo er zum Ehrenbürger ernannt wurde. Dort hatte er nach der Malerei auf dem Weg zur Skulptur den Marmor als ideales Material für sich entdeckt. Dort, wo einst Michelangelo seine Werke schuf, hat sich Mitoraj bei den Steinmetzen jahrtausende alte Techniken abgeschaut. Seine Werke wurden in London, Atlanta, New York, Tokio, Paris, Lausanne, Mailand, Rom in den bedeutendesten  Museen ausgestellt. Vom 13. Juli bis 8 September fand eine Austellung seiner Bronzeskultpuren im Garten von Castelvecchio statt, Auge in Auge sozusagen mit den steinernen Heiligen der großen Veroneser Meister des XIV. Jahrhunderts, die dort ständig im Museum "wohnen".

Die Skulpturen von Mitoraj sind an der klassischen Tradition und den Mythen der Antike inspiriert. Für die Inszenierung in der römischen Arena fiel seine Wahl auf einen 8 Meter hohen Männertorso mit Kreuz, der aus Bronze, Travertin und nicht näher bezeichnetem Bühnenbildmaterial bestand, wobei der Travertin laut einem Interview in der Tageszeitung L’Arena bewusst gewählt wurde, um eine Verbindung zur Welt des antiken Roms herzustellen. Dramatisch seien seine Skulpturen, wie die Musik, so Igor Mitoraj. Dass an dem einzigen Abend, an dem das Requiem auf dem Programm der Arena stand, ein vorbeiziehendes Gewitter mit Blitz und Donner für zusätzliche Dramatik sorgte, war zwar nicht eingeplant, aber sehr effektvoll.
Alexandra Becker

(1.9.2013)