VDNV-Stellungnahme zu Artikeln über Grabmale und Kinderarbeit

Am 13. November 2014 hat die Zeitung "Die Welt" eine Pressemeldung der dpa mit dem Titel "Wie kann man Grabsteine aus Kinderarbeit verbieten?" auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Auch die "Ruhr Nachrichten" druck­ten die dpa-Meldung unter Überschrift "Aus Kinderhand auf deutsche Friedhöfe". In dem Artikel wird die Vermutung verbreitet, auf deutschen Friedhöfen würden Grabsteine aus Kinderarbeit eingesetzt. Außerdem werden die Kommunen in Schutz genommen, die in ihren Friedhofssatzungen von Steinmetzen einen lückenlosen Nachweis für eine kinderarbeitsfreie Produktion der Grabsteine verlangen.

Die dpa zitiert sowohl BIV-Geschäftsführerin Sybille Trawinski als auch Bundesinnungsmeister Gustav Treulieb. Hier wurde jedoch ungenau recherchiert – u. a. wird Treulieb als Bestatter statt als Steinbildhauer bezeichnet.  

Stellungnahme des VDNV
Der Verband Deutscher Natur­steinverarbeiter (VDNV) (siehe auch Naturstein 7/2014, ab S. 20) hat daraufhin eine mehrseitige Stellungnahme bezüglich dieses Artikels abgegeben und an die Redaktionen der dpa, der zwei Zeitungen und an den Deutschen Presserat verschickt. Darin heißt es u. a., dass die dpa mit ihrer Berichterstattung der Verbreitung falscher Tatsachenbehauptungen wie "Aus Kinderhand auf deutsche Friedhöfe" (Hellweger Anzeiger/Ruhr Nachrichten) Vorschub geleis­tet hat und sich an einem gelenkten Kampagnenjournalismus beteiligt.

Mit ihrer Berichterstattung schade die dpa nicht nur den wirtschaftlichen Interessen aller am Friedhofswesen Beteiligten, sondern diskreditiere indirekt Menschen, die sich mit dem Anliegen eines würdevollen Gedenkens für ein klassisches Grabmal entscheiden. Darüber hinaus hält der VDND der dpa und den beiden Zeitungen vor, die Grundregeln journalistischer Sorgfaltspflicht fahrlässig missachtet zu haben.

dpa zum Dialog bereit 
Der verantwortliche Redakteur, dpa Baden-Württemberg Chef Hennig Otte, hat inzwischen umfangreich und selbstkritisch auf die Stellungnahme des VDNV geantwortet. Er weist den Vorwurf des "Kampagnenjournalismus" zurück, gesteht gegenüber VDNV-Pressesprecher Tobias Pehle aber ein, "dass es gut gewesen wäre, Ihre Sicht auf die Dinge in den Artikel einfließen zu lassen." Die dpa hat außerdem die Bereitschaft zum konstruktiven Dialog signalisiert – vor allem in Bezug auf die weitere Be­richterstattung zu entsprechenden Themen wie die anstehenden Novellierungen von Ländergesetzen.

(Erschienen am 09.12.2014)

Autorin: Susanne Storath