Umgang mit Feinstaub

Heute gibt es viele technische Lösungsmöglichkeiten für die Feinstaubproblematik. Foto: BIV Steinmetze

Bundesinnungsmeister des Steinmetzhandwerks, Gustav Treulieb, zu einer aktuellen Pressemeldung hinsichtlich der Feinstaubgefahr bei der Bearbeitung von Steinen:

BIV: Herr Treulieb, eine aktuelle Pressemeldung zum weltweiten Tag für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz titelt mit der Schlagzeile "Feinstaub macht Steinmetze krank"…
Treulieb:
Leider handelt es sich dabei um eine einseitige Darstellung, mit der der Absender bewusst Aufmerksamkeit erheischen möchte. Mit dieser Aussage wird ein ganzes Handwerk verdammt, das schon seit vielen Jahrhunderten professionell mit
Naturstein arbeitet.

Was ist Ihre Sicht der Dinge?

Viele Berufe, gerade im Handwerk, bergen Gefahren. Bei uns ist es sicherlich auch der Staub, der bei der Bearbeitung von Natursteinen anfällt. Aber wir stehen dieser Tatsache nicht ohnmächtig gegenüber. Heute gibt es viele Möglichkeiten, uns und unsere Mitarbeiter davor zu schützen. Und nicht zuletzt weiß der Steinmetz als der Experte für Naturstein, welche Hilfsmittel, Maschinen und Geräte es gibt, um die Gefahr auf ein Mindestmaß einzudämmen.

Welche Möglichkeiten sind das?
Zum einen technische: Es gibt eine große Zahl von Entstaubungsgeräten, die den Staub direkt bei der Bearbeitung abziehen. Zentrale Absaugvorrichtungen bedeuten für die Betriebe einen größeren Aufwand, sind aber in manchen Fällen nicht zu vermeiden. Ebenso kann der Einsatz von Wasser oft schon große Mengen an Staub binden. Auch bei anderen Arbeiten in der Werkstatt, wie z.B. Reinigungsarbeiten, sollte eine Staubbildung vermieden werden. Kehren ist seit vielen Jahren bereits verboten.

Welche Möglichkeiten der Prävention und Früherkennung gibt es?
Jedem Steinmetz – ob Unternehmer oder Mitarbeiter – stehen Vorsorgeuntersuchungen beim Arbeitsmedizinischen Dienst zu. Durch rechtzeitige und regelmäßige Untersuchungen können Einschränkungen der Lungenfunktion frühzeitig erkannt werden und einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorgebeugt werden.

Wie agiert der Bundesverband in dieser Sache?
Der BIV hat einen sehr konstruktiven Weg mit der Arbeitsebene in der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) gefunden. Gemeinsam suchen wir nach möglichen Schwachstellen und eruieren technische Verbesserungen. Dabei haben wir auch immer die Möglichkeiten der Betriebe im Blick. Die Aussage, dass aufgrund des zunehmenden Wettbewerbsdrucks der letzten Jahre der Arbeitsschutz vernachlässigt würde, entbehrt jeglicher Basis. Dafür gibt es keine Beweise. Ich weiß, dass viele Unternehmer dieses Thema seit vielen Jahren sehr ernst nehmen.

In einem neuen Faltblatt informieren wir zusammen mit der BG BAU die Betriebe über die Gefahren des Staubs und vor allem über die Staubvermeidung. Parallel haben wir hierzu eine gemeinsame Pressemeldung herausgegeben. Das Thema wird uns dauerhaft beschäftigen. Allerdings setzen wir auf konkrete Lösungen auf der Arbeitsebene und nicht auf diskriminierende Meldungen in der Öffentlichkeit.

(Erschienen am 13.05.2013)