Trauern und Gedenken meist nicht an Orte gebunden

Weit mehr als die Hälfte der Deutschen braucht für Trauer und Gedenken keinen bestimmten Ort. Gleichzeitig betont die Mehrheit die Wichtigkeit eines Grabmals und besucht mindestens einmal im Jahr ein Grab auf einem Friedhof. Dieses uneinheitliche Bild ergibt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Verbraucherinitiative Aeternitas.

Hartnäckig hält sich der Mythos, dass Hinterbliebene immer einen bestimmten Ort bräuchten, um zu trauern und ihrer Toten zu gedenken. Das sehen die Bundesbürger anders, wie das für Aeternitas vom Institut Emnid repräsentativ erhobene Meinungsbild zeigt. 59 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu: "Für die Trauer um Verstorbene und um ihrer zu gedenken, brauche ich keinen bestimmten Ort". 21 Prozent geben an, einen festen Ort zu brauchen, egal wo. Nur 20 Prozent brauchen für Trauer und Gedenken ein Grab auf einem Friedhof.

Trotzdem spricht sich eine klare Mehrheit der Deutschen für Grabmale aus. 27 Prozent der Befragten geben an, ein Grabmal für das Gedenken an Verstorbene für sehr wichtig zu halten, 36 Prozent für wichtig (zusammen 63 Prozent). 21 Prozent halten es für eher unwichtig und 15 Prozent für überflüssig (zusammen 36 Prozent). Und trotz des anscheinend gering ausgeprägten Bedürfnisses nach einem Grab gehen über zwei Drittel der Bundesbürger (70 Prozent) mindestens einmal im Jahr zu einem Grabbesuch auf den Friedhof. 15 Prozent der Deutschen besuchen sogar wöchentlich ein Grab, 16 Prozent monatlich, 24 Prozent mehrmals im Jahr, 15 Prozent etwa einmal im Jahr, nur 16 Prozent seltener und 13 Prozent nie.

Die vorliegenden Ergebnisse zeigen Widersprüche in den Wünschen der Menschen auf. Sie stellen auf der einen Seite das Grab auf dem Friedhof und damit die traditionelle Trauer- und Gedenkkultur in Frage. Gleichzeitig zeigen sich auf der anderen Seite Chancen auf, Bestehendes weiterzuentwickeln. Im Auftrag von Aeternitas fragte das Institut TNS Emnid Ende März dieses Jahres eine repräsentative Auswahl von 1.005 Bundesbürgern über 14 Jahren.

(11.5.2013)