Sonderausstellung: Tod in Kassel

Womit schützten sich die Kasseler gegen die Pest? Wo und wie fanden die Kasseler ihre letzte Ruhe? Warum gab es in Kassel einen Schwarzen Ritter? Was trugen die Kasseler im Tode? Warum wurde das Haus von Frau Albri in der Kasseler Bombennacht nicht zerstört? Was hat der Königstiger mit Kassel zu tun? Warum wurde Kassels größte Kirche zur Todesfalle?

Diese und andere Fragen stehen im Focus der neuen Sonderausstellung 1.100 Jahre – Tod in Kassel. Das Museum für Sepulkralkultur nimmt das 1.100jährige Stadtjubiläum zum Anlass, Sterben und Tod in Kassel zu beleuchten und diesen Aspekt der Stadtgeschichte allen Kassel-Interessierten näher zu bringen.

Veranschaulicht werden Ereignisse, Geschichten, Fakten und Begebenheiten aus den Kategorien natürlicher Tod und gewaltsamer Tod. Hierbei spielen Krankheiten eine Rolle, aber auch Unfälle und Morde. Weitere Themen sind das Hospital- und Hospizwesen, die sich im Laufe der Geschichte ändernden Bestattungsorte sowie Todesbilder und Gedenkzeichen im öffentlichen Raum. Ebenfalls eine Rolle spielen der Holocaust sowie die Bombardierung Kassels.

Highlights der Ausstellung sind die Totenkleidung von Landgraf Wilhelm VI. und Louise Dorothea Sophia von Brandenburg-Preußen (erste Gemahlin von Landgraf Friedrich I.) aus der Gruft der Martinskirche; außerdem archäologische Funde aus dem Dreißigjährigen Krieg, das Grabmal des Schwarzen Ritters alias Christian von Eschwege, ein jahrhundertealtes schicksalsbehaftetes Steinfragment aus der Martinskirche, ein Gedenkmedaillon mit dem Haar des letzten Fürsten der Linie Hessen-Kassel, ein Brief von Goethe an den zeitweilig am Kasseler Collegium Carolinum tätigen Anatomieprofessor Samuel Thomas Soemmerring, die Original-Totenmaske des Komponisten Louis Spohr, vom Künstler Gunter Demnig geschaffene Stolpersteine zum Gedenken an das dem NS-Regime zum Opfer gefallene jüdische Ehepaar Dalberg aus Kassel, ein Kettenstück vom Panzer Tiger 1 u.v.m.

Über spezielle Inszenierungen erhält der Besucher außerdem die Möglichkeit, das nicht mehr existente Kuppelgewölbe der einst im Ottoneum untergebrachten Kasseler Anatomie zu bewundern – es war mit beeindruckenden Todesallegorien bemalt. Er kann aber auch den Bergpark betreten und einige seiner todesbezogenen Denkmäler betrachten.

Nicht zuletzt kommen Menschen dieser Stadt zu Wort, die beruflich oder aufgrund ehrenamtlichen Engagements ständig mit dem Tod konfrontiert sind. In filmischen Porträts geben Sie Einblick in diese Arbeit und erzählen, welchen Einfluss dies auf ihr Leben hat.

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm in Form von Vorträgen, Führungen sowie speziellen Taschenlampenführungen. Programmpunkte bilden außerdem geführte Spaziergänge zu sepulkralen Orten im Stadtgebiet, eine Matinee zu den Ehrengräbern Kassels sowie ein ganz im Zeichen des Herkules stehendes Theaterstück für Groß und Klein.

Kontakt und weitere Informationen: www.sepulkralmuseum.de

(30.9.2013)