Sieger in Klassenwettbewerben ermittelt

Die Siegerarbeit aus dem ersten Ausbildungsjahr von Josef Binder

Die Siegerarbeit aus dem zweiten Ausbildungsjahr von Florian Gabler

Wie jedes Jahr wurden auch 2012 wieder schulinterne Wettbewerbe der Kunsthandwerker in der Berufsfachschule und den Fachschulen an der Luisenstraße der Landeshauptstadt München veranstaltet, die von der
Danner’schen Kunstgewerbestiftung gefördert wurden. An Preisgeldern werden insgesamt 6.300 € vergeben. 6.000 € kommen aus der Danner’schen Kunstgewerbestiftung, je 100 € wurden von den Fördervereinen Stein, Holz und Gold beigesteuert.

Wettbewerbe wurden in allen Klassen durchgeführt, je einer in den beiden Klassen der Fachschule für Steintechnik – Meis­terschule für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk. Die Teilnehmer aus dem ersten Ausbildungsjahr hatten die Aufgabe, das Steinmetz- und Bildhauerzeichen wie es als Innungssymbol verwendet wird, in ein plastisches Relief mit quadratischer Grundform umsetzen. Der Konstruktionsgrund aus Kreis, Quadrat, halbierender Rasterung und die sich daraus ergebenden Diagonalen sollten erkennbar sein.

Sieger aus dem ersten Ausbildungsjahr ist Josef Binder. Das Relief aus Jura-Kalkstein überzeugt durch seine feine, gefühlvolle und präzise Bearbeitung im bewegten Konstruktionsschema, meinte die Jury. Konkave und konvexe Formen zeichnen an den Schnittstellen ein zartes, reduziertes Lineament des Steinmetzzeichens. Die unaufdringliche Diagonalwirkung wird durch die Gegenspannung des Rands ausgewogen. Eine Belobigungen erhielten Tobias Breu und Jonas Ochs.

Zweites Ausbildungsjahr
Die Schülerinnen und Schüler des zweites Ausbildungsjahrs sollten eine Steinskulptur für eine Frühchengrabanlage auf dem Waldfriedhof in München anfertigen. Bereits seit Juli 2012 hatten die Steinmetze zusammen mit dem Grabmalamt München an der Gestaltung der An­lage gearbeitet. Dabei ging es zunächst darum, dem vorhandenen Gräberfeld eine zeitgemäße, unkonventionelle Form zu geben. Es entstanden sehr unterschiedliche Lösungen. Als zweite Aufgabe sollten die Schüler Steinskulpturen für dieses Gräberfeld entwerfen, die sich thematisch in die entworfenen Anlagen eingliedern. Diese Skulpturen wurden zum Teil als Steinmodelle im Rahmen des Wettbewerbs in sechs Arbeitstagen praktisch ausgeführt.

Gewonnen hat die Skulptur von  Florian Gabler. Die Jury urteilte: Symbolisch richtungweisend für den Umbruch durch den Tod, neue andere Ufer zu entdecken, gestaltete Gabler ein Segel aus Trentiner Kalkstein. Bei der in Stein gemeißelten, räumlich interessanten Form spürt man deutlich den Wind, der das Segel füllt und so das Boot kraftvoll nach vorne treibt. So erhält durch eben diese Ausführung ein scheinbar dünner, filigraner Stoff im Material Naturstein eine dauerhafte Aussage. Gabler modellierte die Segelform bis zur Perfektion. Die Oberflächenbearbeitung überzeugt und bringt die Farbigkeit des Materials feinfühlig zur Geltung. Belobigungen erhielten  Christof Breuer, Max Heller und Martin Schwaiger.

(16.1.2013)