Mithrasrelief zusammengefügt

Präsentieren das wieder vollständige Mithrasrelief: Prof. Dr. Harald Siebenmorgen, Direktor des Badischen Landesmuseums, und Dr. Jeanette Papadopulos, Direktorin des Ministeriums für Kulturgüterschutz in Rom

Im Karlsruher Schlossmuseum wohnten Journalisten am 30. Januar der Wiedervereinigung von Fragmenten eines berühmten Mithrasreliefs bei. Prof. Dr. Harald Siebenmorgen, Direktor des Badischen Landesmuseums, erzählte die abenteuerliche Geschichte des Kunstwerks, das 1500 Jahre lang in einer Höhle unweit des Tors Cervera in Rom verborgen lag. Als dort 1943 eine amerikanische Fliegerbombe explodierte, wurde das römische Heiligtum zerstört. Durch Zufall wurden die Marmorstücke entdeckt und dem zuständigen römischen Ministerium für Kulturgüterschutz gemeldet.

Die Restauratoren im Depot des römischen "Museo delle Therme" fügten die mehr als 50 Teile zusammen. Allerdings fehlten Kopf und Oberkörper des Sonnengottes. Diese Teile waren entwendet worden und gingen wohl durch mehrere Hände, bis sie das Museum 1976 legal von einer Schweizer Kunsthändlerin erwarb. Die Händlerin hatte vor dem Verkauf einen Abguss des Torsos anfertigen lassen, der im Archäologischen Institut in Bern aufbewahrt wird. Dort sah ihn der Archäologe Rolf Stucky aus Bern, der 1987 auch die Fragmente des Reliefs im Depot des Thermen-Museums in Rom entdeckt hatte. Mit einer Papiercollage wies er nach, dass die Teile zusammengehören.

Nach langwierigen Verhandlungen einigte sich das Badische Landesmuseum mit den Kollegen in Rom darauf, dass das Relief zehn Jahre lang als Dauerleihgabe im Landesmuseum verbleiben darf. Danach wird es gemäß der UNES CO-Konvention zum Schutz kulturellen Erbes zurück nach Rom gebracht und dort bewahrt.
Manfred Fieting

(25.3.2014)