LIV Hessen verlegt Geschäftsstelle zur Kreishandwerkerschaft

Der Vorstand des LIV Hessen (v.l.): Karl-Heinz Damm, Alfred Graf, Sonja Mücke, Andreas Finger, Magnus Scheler, Kai Hartmann und Kurt Schmidt

Klaus Zeller, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Gelnhausen-Schlüchtern, wird 2014 neuer Geschäftsführer des LIV Hessen.

LIV-Geschäftsstellenleiterin Sonja Mücke wurde von LIM Magnus Scheler für ihre zehnjährige Tätigkeit im LIV Hessen mit einer Urkunde und einem Präsent geehrt.

Rund 35 Mitglieder des LIV Hessen trafen sich am 27. April zu ihrer Jahrestagung in Bad Soden-Salmünster bei der gastgebenden Innung Main-Kinzig. Landesinnungsmeister Magnus Scheler begrüßte außerdem mehrere Ehrengäste, unter ihnen Holger Rode und Helmut Schön, inzwischen Ehren-Landesinnungsmeister, Holger Geis­ter als Vertreter der Friedhofsgärtner und Klaus Zeller, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Gelnhausen-Schlüchtern. Letzterer trat nicht nur als Mitorganisator der Veranstaltung auf, sondern stellte sich den Steinmetzen auch persönlich vor. Zeller wird am 1. Ja­nuar 2014 neuer Geschäftsführer des Landesinnungsverbands und der Steinmetzinnung Hessen-Mitte. Hessen-Mitte hatte bereits Anfang April aus finanziellen Gründen beschlossen, die Geschäftsführung zur KHW Gelnhausen-Schlüchtern zu verlegen. Da der LIV die gemeinsame Geschäftsstelle in Frankfurt nicht alleine tragen kann, wurde der Antrag gestellt, den gleichen Weg einzuschlagen. 15 der 17 Delegierten waren auf der Tagung anwesend und sprachen sich mit zwei Enthaltungen für den Weg zur Kreishandwerkerschaft aus.

"Wir haben mehrere Lösungsmöglichkeiten in Erwägung gezogen", sagte LIM Magnus Scheler. Diese haben sich als "alternativlos" erwiesen. U. a., weil somit die aktuelle Ge­schäfts­stellenleiterin des LIV Hessen, Sonja Mücke, von der Kreishandwerkerschaft übernommen wird und dem LIV weiterhin mit ihrer Erfahrung zur Verfügung steht – insbesondere was die LaGa 2014 in Gießen betrifft. Klaus Zeller betonte, es als "große Ehre und Verpflichtung" anzusehen, nun auch GF eines Landesinnungsverbands zu werden. Als Vorteil nannte er u.a. die Entlastung des Ehrenamts, auch in Anbetracht der Tatsache, dass nächs­tes Jahr vier langjährige Vorstandsmitglieder nicht mehr zur Wahl stehen. Der LIV Hessen bekomme durch ihn einen GF, der Ansprechpartner für Ausbildungsfragen und Finanzverantwortlicher sei sowie eine Inkassostelle zur Verfügung stelle. "Vielleicht kommen wir über den Weg zur Kreishandwerkerschaft und die eventuelle Zusammenlegung von Innungen sogar Helmut Schöns Ziel einer schlagkräftigen Landesinnung früher näher als gedacht", stellte Scheler in Aussicht.

Sorge um das BBZ Mainz
Abgesehen von der sehr zeitintensiven Vorarbeit zur Neukonzipierung der LIV-Geschäftsstelle habe er mit Helmut Schön ein sehr angenehmes Gespräch mit Josef Reichart, Ex-GF des BIV, geführt, welches aber nicht den erhofften Erfolg gebracht habe, berichtete Magnus Scheler. Außerdem habe er am Friedhofsverwaltertreffen in Kassel teilgenommen und sei in Bezug auf einen Fall von Wettbewerbsverzerrung in Oberhessen aktiv gewesen.

Durch Landeslehrlingswart Andreas Finger erfuhren die versammelten Steinmetze, dass die vom bbw angegebenen Lehrlingszahlen für die Schule in Mainz (300) Kurt Schmidt zufolge nicht mit den realen Zahlen übereinstimmen (151 laut Angaben des Ministeriums). Nach Angaben des BIV würde eine Kostendeckung nur bei 360 Auszubildenden erreicht. Deshalb überlege man, die Schule in Mainz zu schließen, so Finger. Allerdings könne sich das als teurer erweisen, als die Schule zu erhalten, da bereits geflossene Gelder vom Bund zurückgezahlt werden müssten.

Andreas Finger wies auf den Anstieg der Lehrlingszahlen in der Ausbildungsrichtung Naturwerksteinmechaniker hin und kritisierte, weder zu den Afa-Sitzungen eingeladen zu werden, noch über aktuelle Vorgänge im bbw direkte Auskunft zu erhalten. Die neuen Wege, die das bbw einschlagen wollte, seien noch nicht er­kennbar.

Vorstandsmitglied Karl-Heinz Damm berichtete von einem Fall, bei dem einem Steinmetzkollegen wettbewerbswidriges Verhalten vorgeworfen worden war. Der LIV Hessen habe für ihn erfolgreich ein Urteil im Eilverfahren beantragt und ihm Kos­tenteilung zugesagt. 

Standsicherheitsprüfung hessenweit anbieten
Von den Ehrengästen kam auch Holger Geister zu Wort, der die Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen-Thüringen vertrat. Er berichtete von den Vorhaben, wieder einen gemeinsamen Grabmalkatalog für die LaGa 2014 zu gestalten, und von den gemeinsamen Aktivitäten des vergangenen Jahres wie der Erweiterung von gärtnergepflegten Grabstätten in Hanau und Wetzlar sowie der Anlage neuer Memoriam-Gärten in Wetzlar und Lauterbach. Geister stellte fest, dass die Vertragsabschlusszahlen 2012 insgesamt rückläufig waren, die Steinmetze aber 28,5 % mehr Aufträge im Wert von insgesamt 142549 € abgeschlossen hätten.

Er informierte außerdem über die Idee, über die Treuhandstelle hessenweit flächendeckend Standsicherheitsprüfungen anzubieten, um in Kontakt mit den Kommunen zu kommen. Die Leistungen würden dann über die Treuhandstelle abgerechnet und von den Steinmetzen und Friedhofsgärtnern (wo sich kein Steinmetz findet) ausgeführt. Ein Prüfgerät werde von der Treuhandstelle zur Verfügung gestellt, ein Flyer mit Preisliste gerade entwickelt.

In diesem Zusammenhang empfahl Vorstandsmitglied Kurt Schmidt den Kollegen, die prüfen wollen, den DENAK-Sachkundelehrgang zu besuchen. Da ein Steinmetzmeister aufgrund seiner Ausbildung bereits die Sachkunde besitze, sei der Lehrgang zwar nicht zwingend nötig, er vermittele aber präzises Wissen von der Gründungstechnik über Statik bis zur Rechtsprechung. Außerdem riet Schmidt dazu, das kostenlose Programm zur Berechnung der Statik von Dübel und Fundament bei der DENAK anzufordern, denn viele Kommunen forderten die von der DENAK herausgegebene Berechnung mit den Genehmigungsanträgen bereits ein.

Rentenleistungen diskutiert
Zum Thema Rentenleistungen der ZVK berichtete LIM Magnus Scheler. Eine über zwölf Jahre bei einem Innungsbetrieb teilzeitbeschäftigte Angestellte hatte von der ZVK einen negativen Bescheid über Rentenansprüche erhalten. Der LIV Hessen hatte daraufhin eine Bitte um Stellungnahme an den BIV und die Steinmetzgewerkschaft geschickt. Von der Gewerkschaft erhielt Scheler relativ schnell eine Er­klärung, warum der ZVK-Be­scheid rechtens ist. Die Kasse habe die über die Jahre geleisteten Stunden der Angestellten rechnerisch so komprimiert, dass letztlich 34 Monate und neun Tage zusammen gekommen waren. Um Anspruch auf eine Rente der ZVK zu haben, müsse man aber 60 Monate vorweisen können.

Die Rechtskräftigkeit des Bescheids bestätigte auch ZVK-GF Prof. Dr. Gerd Merke mit der Bemerkung, dass "unsere Kasse keine Lottogesellschaft ist, wo man mit einem ge­ringen Einsatz einen Millio­nen­gewinn machen kann." Diese Äußerung stieß bei den hessischen Delegierten und dem LIV Vorstand auf Empörung. Man könne akzeptieren, dass die Kumulierung der Arbeitsstunden erlaubt ist, aber nicht verstehen, warum Merke in seiner Antwort einen solchen Ton anschlage. Ehrenlandesinnungsmeister Holger Rode fragte daraufhin: "Ist es rechtens, Beiträge von Personen einzuziehen, die eigentlich nie Leistungen erhalten können?", und schlug vor, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in ihrer Funktion als Kontrollbehörde auf den Missstand hinzuweisen und abzuklären, ob eine Satzungsänderung denkbar wäre.

Seminare und Ehrungen
Die Seminare, die seit einiger Zeit abwechselnd in den einzelnen Innungen durchgeführt werden und die für alle Mitglieder offen sind, will man noch intensivieren und optimieren. Außerdem wurde angeregt, mehr Bauthemen aufzunehmen, da zu befürchten sei, dass sich die Bau-Steinmetze im Angesicht der vielen friedhofs­las­tigen Angebote im LIV nicht gut genug aufgehoben fühlen. 

Die Ehrungen fanden im Rahmen des Festabends statt: Ehrenzeichen in Bronze erhielten Josef Arnoldi, Ralph Hahn, Gerhard Paris, Matthias Rosenberger, Karl Malter, Michael Müller und Magnus Scheler. Mit dem Ehrenzeichen in Gold wurden Albert Kreis, Erika Wacker-Ehrmann und Karl-Heinz Herr ausgezeichnet.
Susanne Storath

(2.6.2013)