Klassentreffen nach 40 Jahren

Die Aschaffenburger feiern dieses Jahr das 400-jährige Bestehen ihres Schlosses Johannisburg mit vielen Events. Aus dieser Verbundenheit mit dem markanten Wahrzeichen der Stadt aus rotem Mainsandstein rührt auch eine enge Beziehung der Bürger zu "ihrer" Meisterschule: Denn die Meisterschüler waren maßgeblich am Wiederaufbau des im zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten Gebäudes beteiligt.

Als Ausdruck der Dankbarkeit hierfür lud Aschaffenburgs Oberbürgermeister Klaus Herzog neben weiteren Ehrengästen stellvertretend für alle Meisterschüler diejenigen zu einem Empfang ein, die vor 40 Jahren in Aschaffenburg ihre Meisterprüfung abgelegt haben. Für die Meisterschüler Grund genug, daraus ein Klassentreffen zu organisieren und an den Ort zurückzukehren, wo sie vor langer Zeit die Schulbank gedrückt, Hammer und Meißel geschwungen und sich sehr wohl gefühlt haben.

Besichtigungen, Sektempfang und Klassik-Gala
Schulleiterin Ulrike Ader führte durch die Räume der Schule im Marstall gleich neben dem Schloss. Interessant waren die Erläuterungen des ehemaligen Lehrers Florian Geyer, der anhand von komplizierten Plänen sein Meisterstück – einen Handlauf-Krümmling für den östlichen Treppenturm im Schloss – erklärte. Diese handwerkliche Meisterleistung konnten die Versammelten am nächsten Tag vor Ort begutachten, als sie im Rahmen einer Schlossführung die gelungene Sonderausstellung des Bildhauers Hans Juncker besuchten. Höhepunkt der Führung war die sonst unzugängliche Schlosskapelle mit ihrem von Juncker geschaffenen Altar mit 31 Vollplastiken und fast 150 Relieffiguren aus Alabaster, der mittels Licht-Ton-Installation professionell in Szene gesetzt war. Kaum zu glauben, dass hinter einer mittlerweile entfernten Mauer in der Kapelle einst die Tischtennisplatte der Meisterschüler stand, an der so manches heiße Match ausgefochten wurde. Am Spätnachmittag gab der Oberbürgermeister auf der
Schlossterrasse einen Sektempfang.

In der Schlossgaststätte überraschte Schulleiterin Ulrike Ader die Gäste mit einer für diesen Anlass von ihr herausgegebenen "mit heißer Nadel gestrickten" 111-seitigen Broschüre mit dem Titel "Die Aschaffenburger Meisterschüler und ihr Schloss in der Zeit des Wiederaufbaus". Zeitdokumente, ernste Geschich ten und Anekdoten aus dem Schulbetrieb, Erinnerungen ehemaliger Meisterschüler und Aschaffenburger Bürger, alte Fotos und ein Glas Frankenwein bestimmten das gesellige Beisammensein. Anschließend ging es zur Klassik-Gala des Collegium Musicum Aschaffenburg im Renaissance-Innenhof. In alter Tradition ließen die ehemaligen Meisterschüler den Abend in der Gaststätte "Schlappeseppel" ausklingen.
Margit Grimm, Bearbeitung: Susanne Storath

(18.8.2014)