Josef Gesierich 85 Jahre

Josef Gesierich

Am 24. September vollendete Josef Gesierich sein 85. Lebensjahr. Sein gesamtes Berufsleben war geprägt vom Naturstein. Er besuchte die Staatsfachschule für Steinbearbeitung in Saubsdorf im Sudetenland und schloss diese im Dezember 1944 mit dem Examen ab. Die Prüfung war wegen des Krieges ein halbes Jahr vorgezogen, die Schule 1945 geschlossen worden. Josef Gesierich gehört damit zum letzten Jahrgang der 1886 errichteten Steinmetzschule für Marmorbearbeitung. Als 16-Jähriger wurde er dann zum Reichsarbeitsdienst und zur Wehrmacht eingezogen.

Nach amerikanischer Kriegsgefangenschaft und dem Zusammenfinden mit seinen nach Niederbayern vertriebenen Eltern und Geschwistern übernahm er nach beruflichen Stationen als Grabsteinmetz im Allgäu, Bausteinmetz im Müns­terland und Steintechniker in Niedersachsen mit 23 Jahren einen Steinbruch- und Steinmetzbetrieb in Dortmund. Diesen erweiterte er mit fachkundiger Unterstützung seines Saubsdorfer Schulfreunds Herwig Kunze in der boomenden Nachkriegzeit mit der Verarbeitung von Marmor.

Sein Können setzte Gesierich, der 1959 die Steinmetzprüfung ablegte, beim Wieder­aufbau von kriegszerstörten Natursteinbauten im Ruhrgebeit ein. Zahlreiche Bauvorhaben tragen seine Handschrift. Außerdem war er schon bald als öffentlich bestellter und vereidigter Gutachter tätig. Unterstützt von seiner Frau Erika, die sich sowohl um den Haushalt und die drei Töchter als auch um die Büroarbeit kümmerte, arbeitete er bis 1998 in seinem Beruf.

(23.9.2013)