Innungsreise nach Barcelona

Steinmetze der Innung Ludwigsburg – Böblingen – Rems-Murr auf Exkursion in Barcelona

Friedhofsanlage Cementiri de'l Est

Die Steinmetzinnung Ludwigsburg – Böblingen – Rems-Murr war vom 15. Bis 18. Mai auf Exkursion in Barcelona. Ein Bericht von Barbara Failmezger.

Mehrtägige Innungsreisen haben bei uns Tradition. Doch Auslandsreisen erfordern eine umfangreichere Organisation und einen Reiseveranstalter der sich auf berufsbezogenen Sonderwünsche einlässt. In Barcelona hatten wir das Glück, dass sich unsere Reiseleiterin dieser speziellen "Steinmetzbedürfnisse" mit Freuden angenommen hat. Schon auf der Fahrt vom Flughafen lenkte sie unseren Blick auf die zeitgenössische und die historische Architektur der Stadt. Die großen Brunnenanlagen und Wasserspiele waren auffallend. Vorbei am Pavillon von Mies van der Rohe zur Weltausstellung 1929 ging es zum  Olympiagelände von 1992 mit dem Torre de Collserola von Norman Foster. Am Stadion mit der Sporthalle von Arata Isozaki war unser erster Stopp auf dem Weg zum Hausberg Montjuic mit der beeindruckenden Panoramaaussicht.

Der nächste Halt, selbstverständlich für Steinmetzreisende, war der "Cementiri de'l Est", die älteste Neuanlage eines Friedhofes vor den Toren der Stadt aus dem Jahr 1775. Unsere Reiseleiterin hatte sich gut informiert und führte uns kompetent im für sie ungewöhnlichen Terrain. Sie erläuterte die Sargbestattungen in hohen Kolumbarien-Wänden. In einer anderen Abteilung staunten wir über die bildhauerischen Grabanlagen aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert, eine Reise durch verschiedenen Epochen der Baustile. Sakrale Werke, geschaffen von namhaften Architekten und Bildhauern die uns bei unserer Reise durch die Stadt immer wieder begegnen sollten. Zurück in der Altstadt spazierten wir über die Ramblas und durch die Markthalle.

Am nächsten Morgen brachen wir früh auf zum Besuch des Natursteinwerks der Firma "Canteras Valsan". Anna Sangrá, die Enkelin des Firmengründers, führte uns durch das Blocklager und die Produktionshallen. Eigene Sand- und Kalksteine werden für weltweite Aufträge verarbeitet. Aktuell waren Paletten mit dem Kalkstein "Gris Catalan" in verschiedenen Bearbeitungen bestückt für die Fassade eines Londoner Großprojektes. Im Büro präsentierte Sangrá Fotos der Fassaden, Innenraum- und Platzgestaltungen die für prominente Architekten ausgeführt wurden.

Unsere Reise ging weiter durch die Berge zum Kloster "Montserrat". In Einsamkeit siedelten hier schon im fünften Jahrhundert Mönche. Heute ist das Kloster wegen der "Schwarzen Madonna" und des Gesangs der Knaben der Klosterschule ein Anziehungspunkt. Wir erlebten den Gesang in einer Menschenmenge und erfuhren einiges über den Klosterbau, die Historie, die Landschaft sowie auf der Rückreise über Politik und Gesellschaft in Katalonien und Spanien.

Was wäre Barcelona ohne Antonio Gaudi? Unsere Reiseleiterin führte uns durch seine Casa Batloó, erläuterte die Casa Milà, wir genossen die Parkanlage Güell und den Höhepunkt, den grandiosen Templo de la Sagrada Familia. Besonders der Innenraum dieser Kirche faszinierte mit seinen farbigen Lichtverhältnissen.

Abends erlebten wir die illuminierten Fontänen der Font Màgica mit Musik vor dem beleuchteten neobarockem Kuppelbau des National Museums. Bei einer Hafenrundfahrt beeindruckte nochmals das Panorama der Stadt von der Wasserseite aus. Auf der Fahrt zum Flughafen fuhren wir an zeitgenössischer Architektur vorbei: dem Museumsbau von Richard Meier, dem Neubau des Theaters von Ricard Bofill und dem Torre Agbar von Jean Nouvel. Die architektonischen Gegensätze von der gotischen Kathedrale und der Kirche Santa Maria del Mar zum Jugendstil des Hospitals de la Santa Creu i de Sant Pau und den vielen schönen Fassaden der Häuser des Modernisme zur modernen Architektur sind in Barcelona eindrucksvoll zu erleben.
Barbara Failmezger

(11.6.2014)