Immer mehr Urnenkirchen

Die Zahl der sogenannten Urnen- oder Grabeskirchen hat sich nach Angaben der Verbraucherinitiative Aeternitas in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Mittlerweile seien in 42 Kirchengebäuden Kolumbarien eingerichtet worden, wo in speziellen Nischen Urnen mit der Asche Verstorbener beigesetzt werden. Kirchengemeinden könnten so Abriss oder Leerstand vermeiden und gleichzeitig Einnahmen erzielen, um die Gebäude instandzuhalten.

2013 betrug die bundesweite Zahl an Urnenkirchen laut Aeternitas ungefähr 20, mittlerweile gebe es 29 katholische, elf evangelische und zwei altkatholische Angebote. Weitere sind geplant, unter anderem in Bremen, Bremerhaven und Siegen. Als Vorreiter fungierte im Jahr 2004 die altkatholische Pfarrkirche Erscheinung Christi in Krefeld. 2006 eröffnete mit St. Josef in Aachen die erste katholische Urnenkirche, evangelische Gemeinden zogen nach.

Besonders verbreitet sind Urnenkirchen in Nordrhein-Westfalen, wo sich 27 Standorte befinden – allein in Mönchengladbach vier. Auch in Schleswig-Holstein (eine) Hamburg (zwei), Mecklenburg-Vorpommern (eine), Niedersachsen (sechs), Thüringen (zwei) und Rheinland-Pfalz (drei) gibt es entsprechende Angebote. In den anderen Bundesländern, insbesondere im Süden und großen Teilen Ostdeutschlands, findet das Konzept hingegen noch keine Resonanz.

Die Nutzungsdauer der Grabstätten in den Urnenkirchen beträgt meist 20 Jahre – selten weniger – und kann in der Regel auch verlängert werden. Eine konfessionelle Bindung der Verstorbenen wird meist nicht vorausgesetzt. Die Kapazität der Urnenkirchen umfasst je nach Anbieter eine drei- oder vierstellige Zahl an Plätzen, einige Anlagen mussten in der Vergangenheit schon erweitert werden.

(9.9.2018)