Hitzeschäden durch Glasfassade

Glasfassaden sind weniger nachhaltig als vergleichbare Konstruktionen aus Naturstein, das belegt eine 2010 vom DNV vorgestellte Studie (Nst. 8/2010, S. 12). Dass Glashüllen sogar gefährlich für die Umgebung werden können, hat sich Anfang September in London gezeigt. Dort sorgte ein Wolkenkratzer, der derzeit im Bankenviertel entsteht für reichlich Ärger. Es war warm, die Sonne schien und die konkav gewölbte Glasfassade des prestigeträchtigen Baus mit dem Spitznamen "Walkie Talkie Tower" begann, wie ein Brennglas zu wirken: Das Sonnenlicht wurde gebündelt reflektiert. Dabei entstand eine nicht ungefährliche Hitze. Das abstrahlende Licht war dermaßen heiß, dass Außenspiegel, Armaturenbretter, und andere Plastikteile von Autos schmolzen. Vor einem Frisörsalon lösten sich die Fliesen, ein Fahrrad begann zu qualmen und einem Banker sollen gar die Schuhsohlen unter den Füßen weggeschmolzen sein.Reporter, die sich vor Ort ein Bild machen wollten, nutzten die Hitze, um auf einem Bürgersteig Spiegeleier in der Pfanne zu brutzeln ...

Die Bauherren entschuldigten sich umgehend und ergriffen erste, wenn auch provisorische, Maßnahmen. Vor gefährdeten Gebäuden in der Umgebung des strahlenden Wolkenkratzers ließen sie Gerüste mit schwarzen Abdeckungen anbringen. An einer endgültigen Lösung arbeitet man noch. Experten rieten, die Glasfassade mit Sandstrahlern zu bearbeiten, damit das Licht weniger stark reflektiert wird. Nur: Dann würden die Bürofenster undurchsichtig ...

(19.9.2013)