Häufiger Flagge zeigen

Hans Schreier (r.), langjähriger GF der Innung Südthüringen, wurde von LIM Thomas Erdmann mit der Großen Silbernen Ehrennadel dekoriert.

Detlev Hill referierte vor Vertretern der Mitgliedsbetriebe des LIV Thüringen in der Gaststätte "Schöne Aussicht" über Gebäudesanierung mit Naturstein.

Der LIV Thüringen umfasst jetzt nur noch zwei Innungen. Die Innungen Südthüringen und Westthüringen schlossen sich zu Jahresbeginn auf Basis einer neuen Satzung zusammen. Die neue Innung Süd- und Westthüringen umfasst nunmehr 40 Betriebe. Geleitet wird sie von Hanno Tasch (Worbis), zuvor Obermeister in Westthüringen, "Vize" ist die stellv. LIM und bisherige Südthüringer Obermeis­terin Christiane Köpler (Schmalkalden). Weiter gehören dem Vorstand Marko Gödicke (Artern), Joachim Engelhardt (Sonneberg), Matthias Kemptner (Weimar), Andreas Kula (Bad Sulza) sowie als Lehrlingswart Ralf Hildebrandt (Geisleden) an. Die Geschäftsführung liegt bei Detlef Leibing von der KH Weimar-Sömmerda.

Die Fusion war von den Mitgliedern gewünscht worden, weil die finanzielle Unabhängigkeit der Innung Südthüringen gefährdet war, informierte Landesinnungsmeister Thomas Erdmann auf der 22. Landesverbandstagung des LIV Thüringen am 15. März in Jena. Der weiterhin bestehenden Innung Ostthüringen gehören gegenwärtig 20 Betriebe an. Sie wird von Obermeister Andreas Kühn (Löhma) geleitet.

Erdmann betonte im Bericht des Vorstands, nun schwerpunktmäßig an der Erhöhung des Organisationsgrads arbeiten zu wollen. Denn es drohe der Verlust der Tarifhoheit, was auch weitere Auswirkungen habe – bis hin zur Winterbauumlage. Angesichts der Anzahl der Unternehmen, die in Thüringen gegenwärtig in die Handwerksrollen des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk eingetragen sind, bedeuten jene insgesamt 60 Betriebe in beiden Innungen lediglich noch einen Organisierungsgrad von 30 %. Hier sind bereits Filialbetriebe sowie Firmen, die das Steinmetzhandwerk als Zweiteintragung führen, eingerechnet.

Attraktivität erhöhen
Um die Attraktivität der Innungsmitgliedschaft zu erhöhen, empfiehlt der LIV-Vorstand schon seit Jahren, Fachveranstaltungen auf Landesverbandsebene zu organisieren – sie also auch den Mitgliedern der anderen Innungen anzubieten. Außerdem fehle nach wie vor ein innungsübergreifender Jahresveranstaltungsplan, kritisierte Erdmann. Auch die Möglichkeiten, bestimmte Veranstaltungen für Nichtmitgliedsbetriebe zu öffnen, seien nur unzureichend geprüft worden. Allerdings würden Nichtmitglieder solche Angebote auch nur selten annehmen. Darüber hinaus sollte auch mindestens eine Veranstaltung im Jahr so ausgelegt sein, dass Gesellen einbezogen werden können, forderte der LIM: "Eine enge Zusammenarbeit mit dem neuen Gesellenausschuss ist vereinbart." Alternativ wäre auch eine eigene Vortrags- und Diskussionsrunde speziell für Gesellen denkbar.

Wie überall sind auch in Thüringen die Bewerberzahlen für das Steinmetzhandwerk deutlich rückläufig. Gegenwärtig erlernen  36 Jugendliche diesen Beruf – das Gros davon (30 Azubi) im Kammerbezirk Erfurt. Der Vorstand drängte deshalbauf gezieltere gemeinsame Werbeaktivitäten. "Vorhandene Angebote seitens der Handwerkskammern und Kreishandwerkerschaften müssen auch von unserem Gewerk stärker genutzt werden", so Erdmann. Andernfalls wären die Prüfungen irgendwann nicht mehr bezahlbar. Derzeit liefen bereits Gespräche für eine landesweit einheitliche Gesellenprüfung.

Leistungswettbewerb am Tag des Friedhofs
Dass weniger Masse nicht auch weniger Klasse bedeutet, zeigte sich 2012. Dank der ordentlichen Ergebnisse in den Gesellenprüfungen fand auf dem Gothaer Hauptfriedhof wieder ein praktischer Leistungswettbewerb statt. Öffentlichkeitswirksam hatte man hierfür den Tag des Friedhofs erwählt. Landesbester wurde hierbei Tony Linß. Er hatte im Steinmetzbetrieb von Martin Winkler in Steinach gelernt.

Der LIV-Vorstand ermunterte alle Kollegen, den Tag des Friedhofs zu nutzen, um mit werbeträchtigen Aktionen stärker in die Öffentlichkeit zu gehen. Gemeinsam mit Friedhofsgärtnern, Bestattern und Friedhofsträgern gelte es, neue Akzente gegen die anonyme Bestattung zu setzen. 2012 hatte bereits ein gemeinsames Podiumsgespräch auf dem Hauptfriedhof Gotha die Weichen in diese Richtung gestellt. Die Mitglieder der Innung Ostthüringen engagierten sich zudem beim Tag des Handwerks auf einem gemeinsamen Stand in Jena.
Auf einer zentralen Veranstaltung zum diesjährigen Tag des Friedhofs am 21. September in Arnstadt sollen erneut die besten Junggesellen ihre Leis­tungen messen. Außerdem empfahl der LIV-Vorstand den Innungen, sich an der Thüringenausstellung 2014 zu beteiligen. Ein Antrag auf Förderung sei bereits positiv beschieden worden.

Kritisch merkte der Vorstand an, dass bis März ein sehr großer Teil der Mitgliedsbetriebe die Marketingumlage noch nicht gezahlt hatte. Darüber hinaus informierte Geschäftsführer Dr. Fritz Raabe, dass der LIV mit dem Fuhrparkmanagement-Unternehmen CarFleet24 eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen hat. Sie beinhaltet die Vermittlung von Neufahrzeugen zu Großabnehmerkonditionen für Betriebe, Familienangehörige und Mitarbeiter.

Zusammenarbeit mit Treuhandstelle
Unzufrieden zeigte sich Erdmann darüber, dass die bestehende Vereinbarung mit der Treuhandstelle Dauergrabpflege Hessen-Thüringen bisher "nur unzureichend greift". Die Friedhofsgärtner hätten sehr gute Werbeaktionen, "an denen wir partizipieren sollten", sagte er. Der LIV-Vorstand hatte dieses Thema deshalb zu einem Fortbildungsschwerpunkt der diesjährigen Jahrestagung bestimmt und als Referent den Geschäftsführer der Treuhandstelle, Stefan Friedel, eingeladen. Er sprach über gärtnerbetreute Grabanlagen und Memoriam-Gärten in Hessen und Thüringen als Angebot für Steinmetze.

In einem zweiten Fachvortrag widmete sich Dipl.-Ing. Detlev Hill vom Informationsdienst Naturstein Trier dem Thema Gebäudesanierung mit Naturstein. Gut zwei Drittel aller Baumaßnahmen, bei denen Naturstein zum Einsatz kommt, würden heute in der Gebäudesanierung ausgeführt. Gerade Handwerkern biete der Sanierungsmarkt hervorragende Möglichkeiten, da hier "nicht der billigs­te Preis für die Auftragsvergabe ausschlaggebend ist, sondern Vertrauen und Fachkompetenz – vor allem wenn die Vergabe ohne Architekt erfolgt", so Hill.
Harald Lachmann

(16.4.2013)