Gute Stimmung im Steinmetzhandwerk

Einschätzung der gegenwärtigen Geschäftslage

Einschätzung der Geschäftslage im Vorjahresvergleich

Umsatzanteile im Steinmetzhandwerk

Umsatzentwicklung nach Sparten

Auftragsbestand

Entwicklung der durchschnittlichen Zahl der Mitarbeiter

Die Stimmungslage im Steinmetzhandwerk ist derzeit ausgezeichnet. Saisonale Einflüsse waren zuletzt schwach, die Auftragsvergabe hat angezogen, die Erwartungen der Betriebe sind hoch. Das geht aus einer aktuellen Konjunkturumfrage des BIV hervor.

Geschäftslage mehr als positiv
Im Vergleich zum Vorjahr sind die winterlichen Einflüsse auf die Geschäftslage der Steinmetzbetriebe fast ausgeblieben. Die Betriebe konnten nahezu durcharbeiten, sodass ein Absinken der Geschäftslageneinschätzung im Vergleich zum Herbst 2013 ausblieb. 93,8% der befragten Steinmetzbetriebe betrachten ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend, im Vorjahr waren es 87,1%.

Bau läuft auf Hochtouren
Insbesondere im Bau- und Restaurierungsbereich wird die Geschäftslage deutlich besser beurteilt als im Vorjahr. Alle befragten Betriebe bezeichneten ihre aktuelle Geschäftslage mit gut oder befriedigend, im Vorjahr waren es 90%. Die Grabmalbetriebe bewerten ihre Geschäftslage ebenfalls positiv. Nur 8,3% der Betriebe nannten ihre Geschäftslage schlecht. Im regionalen Vergleich zwischen Ost und West geben 93,9% der Betriebe in den alten Bundesländern eine gute bzw. befriedigende gegenwärtige wirtschaftliche Lage an (85,7% im Vorjahr). In den neuen Bundesländern fiel die Einschätzung noch besser aus. 97,3% der Betriebe beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage mit gut oder befriedigend, im Vorjahr waren es 92,3%.

Beständige Strukturen
Das Steinmetzhandwerk ist in Bewegung. Grabmalbetriebe sind mit der dramatisch veränderten Friedhofskultur und -nutzung mit neuen Angeboten konfrontiert. Der Friedhof ist kein "Selbstläufer" mehr. Der Baubereich unterliegt konjunkturellen Schwankungen und profitiert zurzeit vom anhaltenden niedrigen Zinsniveau: Viele Investoren legen ihr Geld in Immobilien an. Historisch günstiges Baugeld ermöglicht auch Sanierungen und Modernisierungen. Die Strukturen im Steinmetzhandwerk stellen sich dennoch als relativ beständig dar, insbesondere seit 2008. Die Verschiebungen in den erzielten Umsatzanteilen sind eher gering.

Umsatz- und Auftragsvolumen deutlich höher
Die Geschäfte der Steinmetzbetriebe laufen nach Angaben der Konjunkturumfrageteilnehmer wie geschmiert. Für das Frühjahr geben auffallend viele Betriebe gestiegene oder gleichbleibende Umsätze an (81,5%). Im Vorjahr waren es 62%. Neben den günstigen Witterungseinflüssen lassen diese Ergebnisse jedoch auch die Schlussfolgerung zu, dass die Geschäfte der Steinmetzbetriebe auf einem stabilen Nachfragefundament stehen. Die Umsatzentwicklungen sind im Grabmal-, Bau- und Restaurierungsbereich sowie im Ost-West Vergleich gleichermaßen erfreulich.

Gut gefüllte Auftragsbücher
Die durchschnittlichen Auftragsreichweiten liegen im Vergleich zum Vorjahr mit 7,4 Wochen auf einem hohen Niveau, zumal man vor dem Hintergrund des milden Winters nicht davon ausgehen kann, dass ein witterungsbedingter Auftragsstau abzuarbeiten ist. Dies unterstreicht die gute konjunkturelle Entwicklung im Steinmetzhandwerk. In der Gesamtbetrachtung haben die Auftragsreichweiten einen zyklischen Verlauf. In den Frühjahrsumfragen melden die Betriebe meist höhere Auftragsbestände, die in der Regel schlechte Witterungsverhältnisse zur Ursache haben.

Beschäftigungslage stabil
Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl ist mit 6,4 Mitarbeitern im Vergleich zu den Vorjahreswerten stabil geblieben. Die Betriebe melden jedoch einen erhöhten Bedarf an Facharbeitern. Baubetriebe haben 10% mehr offene Stellen als im Vorjahr angegeben. Vermutlich finden sie nicht die geeigneten Mitarbeiter für ihre Aufgaben. Die Betriebe leisten demnach mit annähernd gleicher Mitarbeiterzahl ein gestiegenes Umsatzvolumen. Der Fachkräftemangel macht sich bemerkbar.

Baubetriebe investieren
Die Steinmetzbetriebe haben im Vergleich zum Vorjahr mehr investiert. Eine gute Geschäftsentwicklung und eine zuversichtliche Zukunftsprognose begünstigen Investitionen. Insbesondere im Baubereich investieren die Betriebe wesentlich lebhafter als im vergangen Jahr.

Erwartungshaltung positiv
Die Steinmetzbetriebe blicken zuversichtlich in die Zukunft. 88,3% der Steinmetzbetriebe erwarten gute oder zufriedenstellende Geschäfte. Im Frühjahr 2013 waren es 68,1%. Insbesondere der Baubereich ist zuversichtlich. Nur 1,4% der Betriebe rechnen mit einer schlechten Geschäftsentwicklung.

Gemeinschaftsgrabanlagen gewinnen an Bedeutung
Mit Blick auf die Stone+tec und BUGA 2015 wurden die Konjunkturumfrageteilnehmer nach ihrer Einschätzung über die zukünftige Entwicklung und Bedeutung von Gemeinschaftsgrabanlagen befragt. 66,4% der Steinmetzbetriebe geben klar an, dass diese an Bedeutung gewinnen werden. Nur 4,7% rechnen mit einem Rückgang dieser Bestattungsform. 28,9% nehmen an, dass deren Bedeutung unverändert bleibt.

Fazit
Die positiven Konjunkturdaten lassen auf ein gutes und umsatzstarkes Jahr hoffen. Die zuversichtliche Einstellung der Steinmetzbetriebe gibt Kraft für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben im Steinmetzhandwerk, das vor Herausforderungen steht, die alle Betriebe betreffen. Der Markt verändert und entwickelt sich fortlaufend. Mit der neuen Imagekampagne des BIV können sich die Steinmetzbetriebe attraktiv in der Öffentlichkeit präsentieren und gleichzeitig ihr eigenes Image und das ihres Betriebs steigern – fraglos ein Vorteil für Mitglieder im Bundesverband Deutscher Steinmetze.

Die komplette Auswertung der Konjunkturumfrage ist für Innungsmitglieder im Mitgliederbereich der BIV-Homepage unter dem Register "Betriebswirtschaft" verfügbar. Sie kann auch unter folgendem Mail-Kontakt angefragt werden:
g.zado@biv-steinmetz.de
Dipl.-Betriebswirtin Gudrun Zado

(25.6.2014)