Grabplastiken zum Nachdenken

Grabplastiken von Oskar Reithmeier wie diese sind in der Ausstellung "Silentium" in Bamberg zu sehen.

Noch bis zum 19. Dezember ist im Bistumshaus Bamberg die Ausstellung "Silentium" mit Fotos von Gabriella Héjja und Grabplastiken von Oskar Reithmeier zu sehen. Héjja fotografierte Friedhöfe in Budapest und München. Reithmeier ist Obermeister der Innung Regensburg und Inhaber einer Steinbildhauerei mit Sitz in Velburg und mehreren Zweigstellen. Schwerpunkt von Reithmeiers Schaffen ist der Entwurf und die Herstellung künstlerisch anspruchsvoller Grabmale, die auch über die Landesgrenzen hinweg Abnehmer finden.

Bei der Ausstellungseröffnung am 31. Oktober hielt Kunsthistorikerin Barbara Leicht vom Kunstmuseum Erlangen die Einführung. Reithmeier habe etliche Aufträge im sakralen und im öffentlichen Raum erhalten, unter anderem für die Gestaltung des Volksaltars der Herriedener Stiftsbasilika und für die Gnadenmadonna des Klosters Wessobrunn. "In der Grabplastik wollte er weg vom Mainstream der schwarz-granitenen Nullachtfünfzehn-Grabsteine, hin zu einer formal-ästhetischen Ausführung", sagte Leicht. "Es geht ihm gegen den Strich, auf den Friedhöfen fast immer dieselben Grabsteine zu sehen."
 
Handwerkliches Können und moderne Technik
Reithmeiers Formensprache reiche vom klassischen Christusbild am Kreuz bis hin zu architektonischen Motiven, die er mit geometrischen Formen kombiniere. Er habe die Fähigkeit, subtil und individuell sowie phantasie- und formenreich zu gestalten. "Schlichte, unaufdringliche Formen mit bildhauerischer Ponderation und mit handwerklichem Können gefertigt, unterstützt von einer hochmodernen Ausstattung, die mit CNC-Maschinen im hundertstel Millimeterbereich arbeitet." Reithmeiers Objekte könne man der hochkarätigen Handwerkskunst an der Schwelle zur angewandten Kunst zuschreiben, so Leicht. Im Zusammenspiel mit den künstlerischen Fotografien zeigten die Grabplastiken, worum es in der Ausstellung gehe: "Sie soll uns an die Tradition unserer Sepulkralkultur erinnern und uns auch ein wenig aufzeigen, mit dem Gedenken an unsere Toten nicht nur im Geiste, sondern auch formal würdig umzugehen."

Die Ausstellung im Bistumshaus St. Otto in Bamberg ist bis zum 19. Dezember von Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
 
Steinbildhauerei Reithmeier
Zum Stadtturm 6
92355 Velburg
Tel.: 09182/9389990
Fax: 09182/93899938
info@reithmeier.eu
www.reithmeier.eu

(16.11.2014)