Gestaltungsseminar in Ingolstadt

Bei den Besprechungen muss sich jeder Teilnehmer der Kritik der Gemeinschaft stellen.

Buchstabenentwurf von Christiane Hellmich

Dieter Krause, Pater Donatus (v.l.) und Gerhard Schröder (r.) beim Werkstattfest

Zu Beginn dieses Jahres stand das traditionelle Gestaltungsseminar in Ingolstadt für viele Teilnehmer wieder ganz oben auf der Prioritätsliste. Insgesamt 29 Gestalter (darunter zehn Frauen) aus dem gesamten Bundesgebiet stellten sich der Herausforderung, vom 7. bis 11. Januar die vorgegebenen Themenschwerpunkte und auch eigene Arbeiten auszuarbeiten.
Das vom LIV Bayern unter Führung von LIM Hermann Rudolph mit organisierte Seminar weckt seit Jahren vor allem bei den Nachwuchskräften starkes Interesse. Wegen zu hoher Anmeldezahlen musste sogar einigen Bewerbern abgesagt werden.

Die drei Dozenten Pater Donatus Leicher, Gerhard Schröder und Manfred Kozel vermittelten praxisnahe und zukunftsorientierte Lösungsansätze in allen Bereichen der Gestaltung, sei es die Auseinandersetzung mit dem Thema Schriftzeichen, die Modellerstellung, das Aktzeichnen oder die Umsetzung in 1:1-Entwürfen.

Kollegiales Miteinander
Ein sehr wichtiger Aspekt des Seminars ist der kollegiale Umgang untereinander, weit ab von der normalen Wettbewerbssituation und die respektvolle Anerkennung der Leistungen anderer. Das Lernen und Präsentieren der Ergebnisse steht unter dem Stern der Ehrlichkeit und der Fairness. Wenn ein Teilnehmer für einen Kunden einen Entwurf eines anderen Teilnehmers als Gestaltungsgrundlage verwenden möchte, nimmt er mit dem anderen Kontakt auf und handelt die Konditionen aus.

Von besonderer Wichtigkeit sind die Besprechungen der erarbeiteten Entwürfe, die vom jeweiligen Teilnehmer vorgestellt und erklärt werden. Dabei wird da­rauf geachtet, dass die Aus­drucks­weise wie in einem Kundengespräch stimmen muss. Denn was nützt der tollste Entwurf, wenn man ihn nicht verkaufen kann …

Am Dienstagabend wurde in der Werkstatt unter Leitung von Pater Donatus eine Heilige Messe gefeiert, am Mittwochabend fand das alljährliche Werkstattfest statt, zu dem auch die Sangeskraft und Musikalität der Teilnehmer unter Beweis gestellt wurde. Am Ende der Kreativwoche, die bei vielen Teilnehmern den Beginn des schöpferischen Jahres darstellt, bedankten sich alle Teilnehmer bei den Dozenten und bei Dieter Krause, dem Leiter des BTZ Ingolstadt, und reis­ten mit der Hoffnung auf ein gesundes Wiedersehen im Januar 2014 nach Hause.
Hermann Rudolph

(5.2.2013)