Friedhofszwang in Bremen gelockert

Der Friedhofszwang in Bremen wurde auf Wunsch der Bürger gelockert: Ab 1. Januar 2015 darf die Asche eines Verstorbenen unter bestimmten Bedingungen auch in privaten Gärten und auf öffentlichen, dafür ausgewiesenen Flächen verstreut werden. Um eine solche Verstreuung zu erlauben, muss  der Verstorbene zu Lebzeiten in einer notariellen Erklärung eine Person zur "Totensorge" benannt haben, die darüber wacht, dass die wunschgemäße Bestattung eingehalten wird. Dabei muss die Ehrfurcht vor den Toten beachtet werden, heißt es im neuen Bestattungsgesetz. Das Verstreuen bei starkem Wind soll beispielsweise verboten sein, um zu verhindern, dass Aschereste auf be­nachbarte Grundstücke wehen.

Kritik an Lockerung
Mit diesem Schritt ist das kleins­te Bundesland Deutschlands bun­desweiter Vorreiter. Der Gesetzentwurf war in der rot-grünen Koalition über längere Zeit diskutiert worden. Kritik an der Lockerung kom­mt vor allem aus den Reihen der oppositionellen CDU und von Kirchen: Es stelle sich z.B. die Frage, ob man in der Lage sei, Verstöße zu kontrollieren. Und, wo Menschen trauern sollen, die zu dem ausgesuchten Privatgrundstück keinen Zugang haben. 

(Erschienen am 25.11.2014)

Autorin: Susanne Storath