Fluthilfe vom Finanzamt

Laut einer Pressemeldung der Deutschen Handwerkszeitung (DHZ), Ausgabe 12 vom 28. Juli 2013, können vom Hochwasser betroffene Handwerksbetriebe neben Soforthilfen des Bundes und der Länder auch bei Finanzämtern um Steuererleichterungen bitten. Diese könnten in den einzelnen Bun­desländern ein wenig variieren, hätten aber stets das selbe Ziel, die Leistungsfähigkeit der Unternehmen für an­ste­hende Reparaturen nicht durch Steuerbelastungen zu gefährden.

Stundung und Fristverlängerung

Bis 30. September 2013 können der DHZ zufolge zinslose Stundungen von fälligen Steuern beantragt und laufende Steuervorauszahlungen herabgesetzt werden. Vollstreckungmaßnahmen des Finanzamts würden auf Antrag bis zu diesem Zeitpunkt ausgesetzt. Voraussetzung sei, dass die Betriebe nachweisen, dass sie durch das Hochwasser geschädugt sind. Deshalb wird empfohlen, Nachweise wie Fotos, Versicherungsschreiben etc. zu sammeln und fürRückfragen aufzubewahren.

Sonderabschreibungen und Rücklagen
Für Gebäudereparaturen oder den Neuaufbau eines Gebäudes dürften neben der normalen Gebäudeabschreibung zusätzlich insgesamt 30 % im Jahr der Reparatur und in den beiden folgenden Jahren steuermindernd geltend gemacht werden. Bei Reparaturen an beweglichen Gegenständen betrage die Sonderabschreibung sogar 50 %. Würden Betriebe Versicherungszahlungen erhalten und es verbleibe nach Abzug des Buchwerts ein Gewinn, müsse dieser nicht versteuert werden. Die betriebe dürften den gewinn auf die Anschaffungskosten des neuen Gebäudes oder Gegenstands anrechnen. Erfolge die Reparatur erst im nächsten Jahr, könne so lange eine gewinnneutrale Rücklage gebildet werden.

Verlust der Buchhaltungsunterlagen
Sollten die aufbewahrungspflichtigen Buchhaltungsunterlagen der vergangenen zehn Jahre durch das Hochwasser vernichtet worden sein, dürften laut DHZ den Betrieben daraus steuerlich keine Nachteile entstehen. Der Vorsteuerabzug und der Betriebsausgabenabzug könne vom Finanzamt ohne Belege nicht gekippt werden. Es empfiehlt sich, den Verlust der Unterlagen sofort beim Finanzamt zu melden. Wer erst später bei Ankündigung einer Betriebsprüfung auf den Verlust seiner Belege hinweist, wirke unglaubwürdig.

(Erschienen am 09.07.2013)