Euroroc: Stone+tec von größter Bedeutung

Am 17. März traf sich die Arbeitsgruppe Deutschsprachige Länder D-A-CH der Euroroc in Frankfurt zur 22. Sitzung. Dabei wurde festgestellt, dass das Naturstein-Logo zwar allen Mitgliedsverbänden zur Verfügung steht, die meisten Betriebe es aber nicht nutzen. Hier sei viel Überzeugungsarbeit zu leisten, damit die Betriebe das Logo als Zeichen für Kompetenz am und um das Produkt Naturwerkstein verwenden. Dagegen seien Label wie win=win, Xertifix oder IGEP unergiebig. Das habe eine Untersuchung der Stadt Kehl festgestellt. Keines der auf dem Markt erhältlichen Zertifizierungsangebote würde auch nur annähernd vertretbaren Mindestanforderungen gerecht werden.

Von größter Bedeutung für die Natursteinbranche sei die Messe Stone+tec 2015. Die Arbeitsgruppe schlägt Sonderausstellungsflächen für die Schweiz und Österreich vor. Auch eine Preisauslobung wird in Erwägung gezogen. Ohne einen derartigen Branchentreffpunkt fehle es an einem Kontaktpunkt zum Austausch von Wissen, Designideen und Technik. Alternativveranstaltungen und lokale Messen sollten auf ein notwendiges Mindestmaß reduziert werden.

Zum Thema Waldbestattungen (in Deutschland gibt es zurzeit etwa 220 Friedwälder) sind sich die Verbände darin einig, dass juristische Auseinandersetzungen mit den Betreibern eher kontraproduktiv seien.

Bei der Europäischen Bauproduktenverordnung (EU) Nr. 305/2011 gehe es inhaltlich wie bisher um die Beseitigung von Handelshemmnissen im Binnenmarkt. Es bleibe bei der mitgliedstaatlichen Zuständigkeit für die Anforderungen an Bauprodukte. EU-rechtlich würden nur die Verfahren des Nachweises vereinheitlicht, dass ein Produkt diese Anforderungen auch erfüllt. Bei der Akzeptanz von Baumaterialien seien EPD-Studien wichtig, weil damit die Nachhaltigkeit von Baumaterialien nachgewiesen werden könne. Die Vorarbeiten für die EPD (Environmental Product Declarations) Studie liefen bereits mehrere Jahre. Nachdem Nacharbeiten notwendig geworden seien, hoffe Euroroc, dass die Verifizierung in den nächsten Wochen abgeschlossen wird.

Die EPD-Studie "Harte Bodenbeläge" werde durch Einzelfirmen aus der Natursteinbranche finanziert. Die deutsche Übersetzung habe der österreichische Verband übernommen und vorfinanziert. Der ZDNV und der NVS beteiligen sich an den Kosten mit je 900 Euro. Die Teilnehmer der Arbeitsgruppe, Sybille Trawinski, Gustav Treulieb, Joachim Grüter, Reiner Krug, Anton Helbich-Poschacher, Tobias Eckardt, Jürg Depierraz und Gerd Merke, sind sich darin einig, dass einzelne Inhalte und die Art und Weise der Darstellung für den deutschsprachigen Markt nicht geeignet seien. Der DNV erklärte sich bereit, bis Ende April eine marktgängige Fassung zu erarbeiten. Der Druck erfolge voraussichtlich im Spätsommer, die Druckkosten übernehme Euroroc im Rahmen des vorhandenen Budgets.

Die Teilnehmer der Arbeitsgruppe befürworten regelmäßige halbjährliche Treffen. Nächstes gemeinsames Projekt ist die Vorbereitung der Stone+tec 2015. Hierzu würden sich die Verbände bis zum nächsten Treffen der Arbeitsgruppe am 25. September 2014 in Verona Gedanken machen. Infos unter www.euroroc.net.

(2.4.2014)