Engagement gegen anonyme Bestattungen

Für eine würdige Bestattung von Verstorbenen ohne Angehörige oder Freunde engagieren sich in deutschen Städten immer mehr Menschen. So wurde nach einem Bericht des Deutschlandfunks in Köln die anonyme Bestattungspraxis dieser Unbedachten bereits 2008 abgeschafft. Der Bestatter Brian Müschenborn hatte sich mit dem Bestatterverband an die Kirchen und die Stadt gewandt und war auf Gleichgesinnte gestoßen. Die anonyme Bestattung von Verstorbenen ohne Angehörige oder Freunde wurde abgeschafft. An den jeweiligen Urnengrabfeldern stehen Basaltstelen mit den Namen der Verstorbenen. Für sie werden außerdem abwechselnd in einer evangelischen und einer katholischen Kirche monatlich ökumenische Gottesdienste abgehalten. Durch ehrenamtliches Engagement und Sponsoren entstehen der Stadt keine Zusatzkosten.

Hintergrund
Wenn es niemanden gibt, der zur Bestattung verpflichtet oder bereit ist, die Kosten dafür zu übernehmen, muss das Ordnungsamt einschreiten. Die Zahl dieser ordnungsbehördlichen Bestattungen ist in Deutschland in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen. Auch in Köln wurden die Toten dann eingeäschert, die Urnen bei anonymen Massenbestattungen ohne Trauerfeier und ohne Geistlichen auf einer Wiese des Kölner Nordfriedhofs beigesetzt. Fanden sich später doch noch Verwandte oder Freunde, blieb das Grab als Ort des Gedenkens für sie unerreichbar.
Christiane Weishaupt

(10.9.2013)