Die runde Welle ist vorbei

Teilen sich die Geschäftsführung: Christian (links) und Klaus-Peter Mühlbrecht (Fotos: Harald Lachmann)

Fanden viele interessant: Grabmal aus Quarzit und Granit

Mühlbrecht-Kunden wissen: Gerade Jahre sind Hausmesse-Jahre. Dann bietet die Firma neben Neuem im Produktsortiment der "Edelsteine aus dem Harz", wie die Firmenwerbung lockt, auch ein Abendprogramm in einer nicht alltäglichen Lokalität.

Gut vier Jahre ist es jetzt her, dass die Brüder Klaus-Peter (50) und Christian (43) Mühlbrecht nach der Insolvenz von Sievers-Granit vollends das Ruder an dem Traditionsstandort übernommen haben. Unter dem heutigen Firmennamen Mühlbrecht Naturstein GmbH hatten Christian Mühlbrecht und seine Frau Janine aber schon ab 2008 indische Grabanlagen im­portiert und Grabschmuck aus Naturstein vertrieben. Klaus-Peter Mühlbrecht war damals als Gesellschafter mit im Boot.

Neue Standorte
Zur Hausmesse kamen diesmal rund 70 der bundesweit etwa 400 Mühlbrecht-Kunden, von denen viele in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, aber auch in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen und damit nicht unbedingt "um die Ecke" beheimatet sind. Die Besucher fanden ein Unternehmen vor, das sich erst letztes Jahr um drei Außenstandorte in Braunschweig, Salzgitter und Walkenried erweitert hat. "Wir haben Steinmetzbetriebe, für die sich kein Nachfolger fand, samt Personal übernommen und führen sie nun als Filialen weiter", erklärte Klaus-Peter Mühlbrecht im Gespräch mit unserer Redaktion. Insgesamt beschäftigt die Firma jetzt 25 Mitarbeiter, davon 18 davon am Hauptsitz in Bad Harzburg.

Dass sie als Hersteller von Indus­triegrabmalen über die neuen Außenstellen nun auch im Endkundengeschäft tätig sind, werten die Brüder nicht als negativ. "Zum einen agieren wir prinzipiell nicht in den Verkaufsrevieren unserer Abnehmer. Zum anderen verhindern wir so, dass sich an diesen eingeführten niedersächsischen Steinmetzstandorten dubiose Anbieter von Dumpingpreisen ansiedeln", so Klaus-Peter Mühlbrecht. Die Firma, die nach wie vor 75 % ihres Umsatzes aus eigener Produktion und 25 % mit Handelsprodukten erlöst, sei gut ausgelastet. "Das Unternehmen ist solide finanziert, der gesamte Maschinenpark mit Sägerei, Schleifstraße, Fräserei, Kantenbearbeitungs- und Einfassungsanlage bezahlt", betonen die beiden Geschäftsführer. Nach der Insolvenz der Vorgängerfirma hätten sie die Produktion in einer 3.500 m² großen Hallekonzentriert, so Klaus-Peter Mühlbrecht, der seinerzeit einige Jahre Chef einer Blockhandelsfirma war. "Aus dieser Zeit habe ich noch exzellente Kontakte", berichtet er. So wisse er gut, auf welche Lieferanten er sich beispielsweise in Indien verlassen und wo er  eine hohe Qualität beziehen könne. "Damit entgehen wir auch dem allgemeinen Preisgefeilsche", versichert er.

Mehr Sand- und Kalkstein sowie Quarzit
Obwohl die Firma noch über Blocksägekapazitäten verfügt, produzieren die Brüder Mühlbrecht jetzt verstärkt aus Tranchen, die sie von der Firma Tringenstein beziehen. "Was wir dienstags bestellen, ist bis Freitag auf dem Hof. Jede Woche treffen just in time neue Lieferungen ein", so Klaus-Peter Mühlbrecht. Gegenwärtig verarbeite man im Schnitt 30 Materialien, wobei der Anteil an Quarziten, Sand- und Kalksteinen (derzeit 10 %) weiter zunehme.

Auch die zur Hausmesse vorgestellten Grabmale verstärken diese Entwicklung zu farbigeren, weicheren Materialien. Teilweise wird Sandstein auch in Kombination mit Granit eingesetzt, um bestimmte optische Akzente zu setzen – etwa bei ansonsten bewusst schnörkellos gehaltenen Stelen. Die »runde Welle« sei vorbei, es würden wieder geraden Linien und Kanten nachgefragt. Polierte Oberflächen würden zudem immer öfter durch satinierte oder gebürstete Sichtelemente verdrängt.
Harald Lachmann
     
Mühlbrecht Naturstein GmbH
Landstr. 51
38667 Bad Harzburg
Tel.: 05322/9069-0
Fax: 05322/9069-25
info@muehlbrecht-naturstein.de
www.muehlbrecht-naturstein.de

(7.7.2014)