BIV-Merkblatt Küchenarbeitsplatten ist novelliert

Küchenarbeitsplatten aus Quarzkomposit sind schön, führen aber relativ häufig zu Spannungen zwischen Kunden und Natursteinfirmen. Der BIV sah Handlungsbedarf und veranstaltete am 9. Oktober in Frankfurt ein Expertengespräch, an dem auch Hersteller von Küchenarbeitsplatten und Quarzkomposit, der Vertreter eines Küchenstudios, Reinigungs- und Pflege-Spezialisten sowie Sachverständige teilnahmen.

Schwierigkeiten beim Einsatz von Quarzkomposit
Bei Küchenarbeitsplatten aus Quarzkomposit kommt es von Kundenseite häufig zu Klagen über Unregelmäßigkeiten im Erscheinungsbild der Oberfläche. Das liegt daran, dass Oberflächen aus Quarzkomposit nicht absolut einheitlich sind, die Hochglanzprospekte der Hersteller dies je­doch oft suggerieren. Technisch ist es nicht möglich, Quarzmischungen ohne einen geringen Anteil an Fehlfarben herzustellen, der entsprechend der Normenlage auch zulässig ist. Außerdem sind bei Küchenarbeitsplatten inzwischen Materialstärken von 20 mm üblich, bei Quarzkompositen teilweise sogar nur noch 12 mm.

Früher wurden noch bevorzugt 40 mm starke Küchenarbeitsplatten hergestellt. Gleichzeitig haben sich die Spannweiten der Arbeitsplatten fast verdoppelt. Kochfelder und Spülenausschnitte sind immer größer geworden. Die Gefahr von gebrochenen Stegen und Rissbildungen erhöht sich, wenn Statik und Tragverhalten bei der Planung nicht ausreichend berücksichtigt werden. Auch die unsachgemäße Reinigung sorgt für Beanstandungen. So bilden sich durch handelsübliche Geschirrspülmittel Rückstände auf der Oberfläche. Der BIV wird ein Video herstellen lassen, um die richtige Reinigung von Quarzkompositen im Internet zu demonstrieren.

Merkblatt wird novelliert
Aufgrund der eben beschriebenen Probleme, soll deshalb auch das BIV-Merkblatt zu Küchenarbeitsplatten novelliert werden. Es wird dann darauf hingewiesen, dass für Quarzkomposite andersfarbige Punkte, Pigmente und Porenräume typisch sind. Die Küchenarbeitsplattenhersteller werden aufgefordert, ihre Hochglanzprospekte den Realitäten entsprechend anzupassen. Außerdem soll im Merkblatt die (un)sachgemäße Reinigung thematisiert werden. Betont werden soll darüber hinaus, dass bei Küchenarbeitsplatten aus Quarzkomposit und Keramik mit einer Materialstärke von bis zu 20 mm und bei Naturstein mit einer Nenndicke von bis zu 30 mm besondere Überlegungen hinsichtlich des Tragverhaltens notwendig sind.

Das BIV-Merkblatt ist in unserem Webshop  in der Rubrik "Downloads/BIV-Merkblätter" erhältlich.

(Veröffentlicht am 28.10.2014)

Autor/in: Achim Mehmcke