70 Jahre Kurz Natursteine GmbH: Jubiläumsfeier in Bensheim

V.l.n.r.: GF Oswald Kurz, Designer Nicolai Back, Designer Norman Essinger, GF Stephan Kurz. (Fotos: Harald Lachmann)

Sang auf der Jubiläumsfeier: Deborah Sasson (Foto: Firma Kurz)

Breite Auswahl: Das Kurz Naturstein-Zentrum Bergstraße in Bensheim.

Modelle aus der Jubiläumsserie "Colorline"

Die Kurz Natursteine GmbH feierte Ende Juni ihr 70-jähriges Jubiläum. Viel Interesse der Gäste aus dem In- und Ausland fanden dabei mehrere neue Grabmalserien sowie ein 3D-Grabmalkonfigurator.

Die Geschäftsführer Oswald Kurz und sein Sohn Stephan Kurz hatten zum 70-jährige Firmenjubiläum im hessischen Bensheim vom 23. bis 25. Juni einen "Stone-Event 2017" mit Unterhaltungselementen und zahlreichen Sortimentsneuheiten vorbereitet. Zum Gala-Abend am Samstag trat die Sopranistin Deborah Sasson auf. Die US-amerikanische Opern- und Musicaldarstellerin, die bereits am Broadway und an der Metropolitan Opera in New York sang, Platin für ihre Plattenaufnahmen erhielt und mit dem Klassik-Echo-Award geehrt wurde, begeisterte mit diesem Exklusivkonzert über 300 Jubiläumsgäste, Geschäftspartner und Kunden der Firma Kurz im ausgebuchten Alleehotel Europa.

"Damit habe ich mir selbst ein großes Geschenk zum Firmengeburtstag gemacht", freute sich Oswald Kurz, der bereits 39 Jahre das Familienunternehmen leitet – nun schon in dritter Generation. Zugleich dankte er in diesem festlichen Rahmen all seinen Mitarbeitern für ihr Engagement und ihre Treue. Einige verabschiedete der Chef auch an diesem Abend in den verdienten Ruhestand. Den Gala-Abend beschloss ein 15-minütiges Feuerwerk.

Bereits am Vortag hatte Oswald Kurz zahlreiche langjährige Kunden und Geschäftspartner aus ganz Deutschland und den angrenzenden Ländern zu einer zweistündigen Artistik-Show im Bensheimer Varieté "Pegasus" begrüßt. Hier ermunterte er zugleich alle Anwesenden, sich gerade gegenüber den Endkunden weiterhin für den Erhalt der traditionellen Bestattungs- und Gedenkkultur einzusetzen und nicht zuzulassen, dass diese einem scheinbaren Zeitgeist geopfert wird.

Hausmesse im Naturstein-Zentrum
Diesem Thema widmete sich an allen drei Jubiläumstagen auch ein Vortrag des Hamburger Landschaftsplaners und Natursachverständigen Andreas Morgenroth. Er engagiert sich schon seit Jahren gegen Friedwälder und ähnliche Bestattungsformen außerhalb der Friedhöfe. Natürlich erlebten die Besucher der dreitägigen Festveranstaltung auch eine Hausmesse. Sie fand im Kurz Naturstein-Zentrum Bergstraße in der Bensheimer Nibelungenstraße statt – seit 2007 der zweite Standort des Unternehmens. Hier hatten die Designer der Firma gleich mehrere neue Jubiläumsserien an Grabmalen vorbereitet. Dazu gehörte die Serie "Colorline". Sie umfasst etwa 20 Modelle, basiert "ausschließlich auf eigenen Kreationen und setzt bewusst auf aktuelle gestalterische Trends sowie eine praktisch grenzenlose Farbenvielfalt", so Normann Essinger, Leiter der Abteilung Design, Planung & Verkauf. Bewusst paare man hier handwerkliche Qualität mit hoher Dynamik und Farbbrillanz und könne damit zusätzliche gestalterische Nuancen erzielen. "Denn mit Farben und Pinsel lässt sich noch filigraner arbeiten als mit Knüpfel und Eisen", so Essinger. 

Dem Bemühen, möglichst jedem potentiellen Kunden ein persönliches Denkmal kreieren zu können, dienen auch die Grabmale der Serie "Handmade", bei der die sieben Bildhauer der Firma Kurz ihr Können zeigen. So werden sie wahlweise in eher femininer Anmutung und hellem, weichem Material – etwa Süßwasserkalkstein wie OCEAN BEIGE – oder auch in Granit und mit polierter Oberfläche angeboten. "Damit tragen wir den unterschiedlichen regionalen Ansprüchen Rechnung: Was in Bayern geht, geht etwa oft nicht mehr in Brandenburg", so Essinger. 

Große Grabanlagen aus Massivplatten beinhaltet die Serie "Nexus" (zu Deutsch: Verknüpfung, Verschmelzung). Hier erhält der Kunde passend zum Oberbau, also zum eigentlichen Denkmal, noch den adäquat gespiegelten Unterbau – im selben Stil und aus demselben Material, so dass das Ensemble wie aus einem Guss wirkt. Während hierbei eher traditionelle Formen dominieren, wirkten die Modelle der Jubiläumsserie "Enigma" fast schon so futuristisch, wie der Name es nahelegt. Diese Arbeiten, die sich auch für Urnengräber eignen, verströmen viel optische Bewegung – so wenn sich eine Brücke durch das Grabmal zieht oder eine Art Landebahn zu einer Säule führt. 

Insgesamt zeigt die Firma Kurz im Naturstein-Zentrum Bergstraße auf 15 000 m² Ausstellungsfläche rund 10.000 verschiedene Grabmale samt allem erdenklichen Zubehör. Besonderen Wert legt Oswald Kurz dabei auf die Feststellung, dass sie 35 % ihres Umsatzes aus deutscher Produktion erlöst. Um diesbezüglich auch für die Zukunft gut aufgestellt zu sein, habe man "in den letzten fünf Jahren rund drei Millionen Euro investiert, so auch in neue Technik wie ein CNC-gesteuertes 5-Achsen-Bearbeitungszentrum von Thibaut".

Sowohl an Endverbraucher als an Steinmetzkunden ist der nagelneue 3D-Konfigurator adressiert, dessen Demo-Version Marketingmann Dominic Hein an den drei Messetagen den Besuchern vorstellte. Mit dieser eigens für Kurz Natursteine entwickelten flexiblen Software lassen sich beliebige Grabmalanlagen in Größe, Form, Material, Ornamentik und Schrift zusammenstellen – alles in Echtzeit. Der Endkunde, der dazu nur die entsprechende Internetseite öffnen muss, kann die selbst konfigurierte Grabanlage aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und auch den Hintergrund wechseln. Selbst eine Zoom-Funktion gibt es. 

"Als Content haben wir hierfür bereits einen Pool von je 100 Einzel- und Urnengräbern sowie knapp 50 Familiengräbern vorbereitet", so Hein. Habe sich der Nutzer dann für eine Version entschieden, werde er anhand einer nach Postleitzahlen geordneten Liste an einen Steinmetz in seiner Region weiterempfohlen – und nur mit diesem wickle er dann den Kauf ab. Die Firma Kurz betreibe kein Endkundengeschäft, so tauche selbst ihr Firmenname am Ende nicht auf dem Verkaufsformular auf. Übrigens arbeite man derzeit noch an Software-Präzisierungen, was den Preis der konfigurierten Anlage betrifft, berichtete Hein. So könne auch dieser mit jeder Veränderung am Bildschirm sofort in Echtzeit angepasst werden – oder aber er bleibe "zunächst unsichtbar, damit der Steinmetz seine eigene Kalkulation erstellen kann".

Mitaussteller zur Jubiläumshausmesse in Bensheim waren die Firmen Plein Bronzen, Möller-Chemie und Weha.

(10.7.2017)

Autor/in: Harald Lachmann