49. Marmomacc: Internationaler Branchentreff

Zur Marmomacc kamen diesmal mehr Besucher als im letzten Jahr

Chinesen, Inder, Türken, Brasilianer und Ägypter schienen allgegenwärtig in der Menge der Messebesucher. Kein Wunder, denn in diesen Ländern ist die Naturwerksteinindustrie eine Wachstumsbranche, dort tanzt der Bär. In den meisten europäischen Ländern sind die goldenen Natursteinzeiten Vergangenheit. Trotzdem äußerten sich auch viele Europäer positiv zur Branchenlage und den Perspektiven. In den USA ziehe das Geschäft wieder an. Die regionalen Steine würden wieder stärker nachgefragt, so viele Aussteller.

Insgesamt präsentierten sich 1500 Firmen (2013: 1400) aus 58 Ländern, unter ihnen auch 46 deutsche Unternehmen. An der Marmomacc schätzen sie vor allem den internationalen Besucher-Mix. Fast alle sagten, sie hätten dieses Jahr besonders gute Gespräche geführt.

65 000 Besucher
Die Veranstalter zählten 65000 Besucher (2013: 56 000), von den 54% aus dem Ausland kamen, 4000 mehr als im letzten Jahr. Unter den Top Ten der internationalen Besuchernationen war Europa gut vertreten: Auf Indien, woher die meisten ausländischen Besucher stammten, folgten Deutschland (!), die Türkei, Spanien, Frankreich, China, die USA, Brasilien, Russland und Ägypten. Auch aus Großbritannien, dem Iran, Südkorea, Portugal und Polen waren nach Messeangaben viele Fachleute angereist.
 
Design made in Italy
Diese positive Entwicklung sei kein Zufall, sondern das Ergebnis der weltweiten Marketingaktivitäten der Messe, betonte Veronafiere-CEO Giovanni Mantovani im Schlussbericht. Positiv habe sich auch ausgewirkt, dass die Messe erstmals zusammen mit der Möbel-, Design- und Projektmesse Abitare Il Tempo stattfand, an der sich 80 Aussteller beteiligten. Sowohl die Marmomacc als auch Abitare Il Tempo hätten mit exzellenten Produkten made in Italy überzeugt.

Best Communicator Award
Die bestgestalteten Stände wurden wieder mit dem "Best Communicator Award" gewürdigt. Den ersten Preis in der Kategorie Design erhielt Designer Manuel Aires Mateus mit der Firma Grassi Pietre – Teil der Marmomacc & Design-Ausstellung "Living Stone" mit Arbeiten von ausgewählten Unternehmen und iberischen Architekten. Die Projektergebnisse des Kultur- und Designprogramms "Inside Marmomacc" waren diesmal gleich neben dem Messeeingang in Halle 1 zu sehen.
 
Ausstellung "Design & Technology"
Besonders interessant war die Ausstellung "Design & Technology". Kurator und Designer war Raffaello Galiotto. In Zusammenarbeit mit Maschinenherstellern und der Steinfirmen verwirklichte er erstaunliche Skulpturen – Beispiele für mit Maschinen hergestelltes, zeitgemäßes Design und für das technische Know-how und die Kreativität der italienischen Steinindustrie.
 
Nicht verschleudern!
Die weltweite Entwicklung der Naturwerksteinbranche über die letzten 25 Jahre schilderte auf einer Fachpressekonferenz Dott. Carlo Montani, Verfasser des jährlich erscheinenden Stone Reports. "In den letzten 50 Jahren hat die Weltbevölkerung mehr Naturwerkstein verbraucht als jemals zuvor", sagte er und führte diese enorme Entwicklung auf den technischen Fortschritt und die Investitionsbereitschaft vieler Unternehmen zurück. Laut Montani ist der Naturwerksteinsektor stärker gewachsen als der Keramikmarkt. Naturstein sei nachhaltig, einzigartig, von alters her ein Kulturgut und Natur pur. Dieses heilige Gut dürfe man nicht verschleudern.

Ausstellung "Marmomacc & The City"
Zum dritten Mal fand parallel zur Messe und bis Ende Oktober die Ausstellung "Marmomacc & The City" statt. Neun italienische Unternehmen stellten an zentralen Orten in Verona Skulpturen bzw. Designobjekten aus und warben damit für den besonderen Werkstoff der Region.
 
Die nächste Marmomacc findet vom 30. September bis zum 3. Oktober 2015 statt.

(13.10.2014)

Autorin: Bärbel Holländer