Marmomac in Verona

Größte Natursteinmesse in Europa

Jedes Jahr findet in Verona (Italien) die Marmomac statt - ab diesem Jahr mit nur noch einem "c" anstatt wie bisher mit zwei. Sie ist in Europa die größte und weltweit eine der größten Messen für Naturstein, Maschinen und Zubehör. Charakteristisch für den jeweils vier Tage dauernden Event ist ein hohes Maß an Internationalität. Veranstalter zählen regelmäßig über 60.000 Fachbesucher, von denen meist mehr als die Hälfte aus Ländern außerhalb Italiens kommen. Die Zahl der Aussteller lag zuletzt bei 1.524 (2015), davon 936 nicht italienische aus 55 Ländern. Vom 30. September bis 3. Oktober 2015 zog die 50. Marmomac nach Angaben der Messegesellschaft Veronafiere 67.000 Besucher an (3 % mehr als 2014), davon 57 % aus dem Ausland (9 % mehr als 2014, aus 150 Ländern). Insgesamt äußerten sich die Messeteilnehmer, die wir gesprochen haben, positiv über den Jubiläumsevent. Die Stimmung war gut. Wieder beeindruckte die Messe mit sehr gut gestalteten Ständen und Naturwerksteinen aus aller Welt sowie sehr interessanten Ausstellungsstücken in Sachen Steindesign. 

Die nächste Marmomac findet vom 27. bis zum 30. September 2017 statt. Diese ist bereits fünf Monate vor der Eröffnung der Ausstellungsflächen ausgebucht. Lesen Sie mehr dazu hier. Zur Fotogalerie mit Eindrücken von der Marmomac 2016 geht's hier.

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Seit 1992 findet die Marmomac jährlich in Verona statt. Fotos: Naturstein, VeronaFiere

Anfänge und Entwicklung bis heute
In Verona öffnete die Messe zum ersten Mal im September 1992 ihre Tore, damals noch unter der Bezeichnung "Intermarmormach". Sie zog 30.000 Besucher aus rund 100 Ländern an. Damals gab es in Italien mit der "Marmomacchine" eine konkurrierende Natursteinmesse, die fast zeitgleich bereits zum 30. Mal in Sant’Ambrogio veranstaltet wurde und 48.000 Besucher verzeichnete. Eine Zeit lang fanden beide Events noch parallel statt, bevor man die Veranstaltungen in Sant'Ambrogio einstellte.

In der Folge gewann die Marmomac einen immer größeren Stellenwert als internationaler Branchentreff. Im Gegenzug zu anderen Messen – gerade in Europa – hat sie bis heute nichts an Anziehungskraft eingebüßt. Und das, obwohl die italienische Natursteinindustrie im globalen Vergleich längst nicht mehr so erfolgreich und wichtig ist, wie sie es früher einmal war. Das große Geschäft wird mittlerweile mit Naturstein aus anderen Kontinenten gemacht, vor allem aus Asien. Der weltweit größte Anbieter ist China. Die Produzenten aus dem Reich der Mitte bieten ihre Materialien dermaßen günstig an, dass Konkurrenten aus Europa längst nicht mehr mithalten können. 


















Die Marmomac zieht in jedem Jahr mehrere Zehntausend Besucher aus der ganzen Welt an.
 

Charakteristisch für die Marmomac ist, dass der Fokus nicht nur auf der puren Präsentation von Materialien liegt, sondern der Werkstoff Naturstein von zahlreichen Firmen aufwendig in Szene gesetzt wird und beispielsweise komplette Innenraumdesigns und andere Gestaltungen gezeigt werden. Eine wichtige Rolle spielt traditionell auch der Bereich "Technik, Technologie und Werkzeuge". Hierfür sind regelmäßig gleich mehrere Hallen reserviert, in denen Hersteller aus der ganzen Welt über neue und bewährte Lösungen informieren.


















Neben Naturstein spielt auf der Marmomac traditionell der Bereich "Technik, Technologie und Werkzeuge" eine wichtige Rolle.
 

Umfangreiches Rahmenprogramm
Punkten kann die Marmomac auch mit ihrem umfangreichen Rahmenprogramm, zu dem zahlreiche Design- und Architekturausstellungen, Gesprächsrunden und Fortbildungsveranstaltungen gehören. Alle zwei Jahre wird auf der Messe der "International Award Architecture in Stone" für herausragende Bauprojekte mit Naturstein verliehen. Für die innovativsten und ansprechendsten Standgestaltungen gibt es außerdem jedes Jahr den "Best Communicator Award". 

Hinzu kommen Ausstellungen, in deren Rahmen Innenraumgestaltungen, Möbel, Massivstücke und weitere Kreationen aus Naturstein zu wechselnden Themen zu sehen sind. 2014 wurden beispielsweise unter dem Titel "Living Stone" Installationen und kleinere Bauprojekte vorgestellt, die italienische Architekten und Natursteinfirmen gemeinsam realisiert hatten. Gestalterische und technische Aspekte zum Gegenstand hatte die Ausstellung "Design and Technology" mit digital entworfenen experimentelle Arbeiten, die mit computergesteuerter Maschinentechnik gefertigt wurden. Unter dem Motto "Marmomac and the City" platzierte man außerdem an verschiedenen Stellen in Verona Skulpturen und andere steinerne Werke, mit dem Ziel, die die Öffentlichkeit für das Thema Naturstein zu sensibilisieren.



















Viele Firmen setzen Naturstein auf der Marmomac aufwendig in Szene.
 

Zahlen zum Natursteinmarkt
Ein fester Programmpunkt auf jeder Marmomac ist die Präsentation der neuesten Ausgabe der jährlich erscheinenden Statistik „marble and stones in the world“ durch den Autor Dott. Carlo Montani. Das Werk enthält Zahlen zur Entwicklung der globalen Natursteinwirtschaft. Handelsvolumen werden ebenso aufgeführt wie Fördermengen, Exporte und Importe.

Service für Firmen und Fachbesucher
Zuletzt hat die Messegesellschaft VeronaFiere regelmäßige internationale Delegationen mit Einkäufern und Architekten eingeladen. Sie nehmen vor Ort an Fortbildungsprogrammen, B2B-Gesprächen mit den ausstellenden Unternehmen sowie an Treffen an ausländischen Gemeinschaftsständen teil. Darüber hinaus nutzen einige Unternehmen aus der Region die Messezeit, um Geschäftspartner an ihren Unternehmenssitz einzuladen oder sie organisieren dort Veranstaltungen.

Fachbesuchern bot die Messegesellschaft zuletzt in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Ländervertretungen die Möglichkeit an, sich bereits im Vorfeld zu registrieren und die Marmomac zu besuchen, ohne Eintritt bezahlen zu müssen. Ansprechpartner für Interessenten aus Deutschland, die diesen Service wahrnehmen möchten, ist Italienische Handelskammer für Deutschland e.V.

Aktuelle Informationen zur kommenden Marmomac erhalten Sie in unseren News.


Sebastian Hemmer

Bilder: VeronaFiere, Naturstein

(Erschienen am 20.06.2017)