Glückwunsch zu 60 Jahre BIV
Bundesverband Deutscher Steinmetze heißt jetzt der Verband, der auf der Stone+tec sein 60-jähriges Bestehen feierte. Der Stand in Halle 1 war Anlaufpunkt für Mitglieder. Höhepunkte neben der Geburtstagsfeier waren die Verleihung des Peter Parler-Preises und die Sonderschau "Die Zukunft der Grabmalbranche".
Wir gratulieren zum Geburtstag und zum Erfolg der großen Sonderschau in der neuen und allseits hochgelobten Halle 4A! 250 Friedhofsverwalter und Bürgermeister folgten der Einladung zur begleitenden Tagung. Sonderschau-Initiator Günter Czasny von der Kunstgießerei Strassacker erklärte, was Friedhöfe, die gut tun, für den Trauernden vermögen.
Eine erste europäische Bestandsaufnahme der Situation der Friedhofskultur in Europa gab es auf der vom bayerischen Landesinnungsmeister und stellv. Bundesinnungsmeister Mando Kramer initiierten Europäischen Grabmalkonferenz.
Der BIV-Stand war mit Meisterstücken aus Wunsiedel, Holzbildhauerarbeiten und großen Infotafeln bestückt. Der "BIV-Shop" und die freundliche Bedienung an der BIV-Theke fanden wieder gute Resonanz. Mitaussteller waren der das Berufsbildungswerk (bbw), die Zusatzversorgungskasse, die Signal-Iduna und der Zentralverband der Deutschen Naturwerksteinwirtschaft (ZDNW).
Lebende Werkstatt
In Form einer "Lebenden Werkstatt" fand auf einem Nachbarstand ein vom bbw unterstützter Schriftkurs statt. Teilnehmer waren neun Steinmetzlehrlinge im zweiten Lehrjahr, die ihre überbetriebliche Ausbildung im Berufsbildungszentrum in Wunsiedel absolvieren. Unter der Leitung von Ausbildungsmeister Jürgen Richter setzten sie sich mit den Schriften "Antiqua" und "Unziale" auseinander. Verwendet wurden Sandstein (Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser) und Jurakalkstein (Juma Natursteinwerke). Werkzeug und Böcke sponserte J. König. "Am Anfang war es ungewohnt, in der Öffentlichkeit konzentriert zu arbeiten. Oft schauten mir Messebesucher ganz genau auf die Finger und stellten Fragen. Mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt", so Sebastian Zientek. Zeit, um über die Messe zuschauen, gab es auch – eine angenehme Abwechslung zum Schulalltag.
Mitgliederversammlung
Das Handwerk wird von der Krise relativ wenig tangiert, so das Ergebnis vieler Messegespräche. Daztu passen die Zahlen, die Bundesinnungsmeister Martin Schwieren in seinem Tätigkeitsbericht vortrug: In der letzten Konjunkturumfrage hätten 82,9 % der Steinmetze die Geschäftslage als gut bis befriedigend bewertet. In Sachen "Kinderarbeit" nehme man die Politik in die Pflicht. Schwieren forderte seine Mitglieder dazu auf, unbedingt weiter auszubilden und die Chance zu nutzen, sich im Rahmen von Bundes- und Landesgartenschauen zu präsentieren.Mando Kramer plädierte für noch mehr Miteinander mit dem Deutschen Naturwerkstein-Verband, mit den Verbänden der Nachbarländer und mit der European Association of Crafts and Design (EACD). Er sprach sich auch für Jungmeistertreffen und eine engere Kooperation in den eigenen Reihen aus. Als sehr positiv wertete er ein Gespräch des BIM mit Dr. Richard Stein, auch über die TA Grabmal; ein Streit über Versetzrichtlinien hat seinerzeit zum Austritt des LIV Hessen aus dem BIV geführt.
Der neue Name
Nach zweijähriger Diskussion über einen griffigeren Namen verständigten sich die Bundesdeligierten auf "Bundesverband Deutscher Steinmetze", Untertitel: "Bundesinnungsverband des Deutschen Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks". Im Namen nicht mehr berücksichtigt werden die Holzbildhauer, die im Begriff sind, einen eigenen Verband zu gründen. Die Einigung auf den neuen Namen verlief nicht ganz reibumgslos. Wulf Helmert, LIM Schleswig-Holstein, machte sich für den Vorschlag "Deutsches Steinmetzhandwerk" stark. Bernd Dirks, LIV Westfalen-Lippe, stellte den Namen "Bundesverband Deutsches Steinmetzhandwerk" zur Diskussion. Keiner der drei Vorschläge erreichte die nötige ¾-Mehrheit. Um die Entscheidungsfindung zu vereinfachen, zog Helmert seinen Vorschlag zurück. Die Mehrheit der Stimmen (40 von 52, bei einer Enthaltung) entfiel dann auf "Bundesverband Deutscher Steinmetze".
EU-Dienstleistungsrichtlinie
Friedhofsrechtsberater Prof. Dr. Gerd Merke umriss den Stand der Dinge: Über den Deutschen Städtetag will man versuchen, für Versetzarbeiten den Meistertitel (auch Eintrag in die Handwerksrolle) festzuschreiben. Versetzer aus dem Ausland müssten dann eine vergleichbare Qualifikation nachweisen. "Wir kriegen das in den Griff", sagte Merke.
Die nächste Mitgliederversammlung findet in Warnemünde an der Ostsee (Mecklenburg-Vorpommern) statt.
Bärbel Holländer, Susanne Storath
Kontakt:
www.biv-steinmetz.de







