Stone+tec: Heiter bis wolkig

Eröffnete die Stone+tec: BIM Martin Schwieren
Guido Welk
Das BIV-Team
Ewald und Markus Mattes, Rexgranit
Weniger Besucher, aber gute Gespräche

Rund 34.458 Fachbesucher kamen zur 16. Stone+tec; vor zwei Jah­ren wa­ren es noch 41.000. Auch die Zahl der Aussteller (770 ge­gen­­über 961 in 2007) ließ zu wün­schen übrig. Die Erwartun-gen an die Messe wurden aber über­troffen: "Weniger Quantität, dafür mehr Qualität", so viele Auss­tel­ler zur Besucherresonanz.

Dreißig Jahre ist die Messe in diesem Jahr. 1979 nahmen an den Deutschen Natursteintagen – so der damalige Name – 98 Aussteller und 7.000 Besucher teil. Seither hat sich die Stone+tec als Impulsgeber bewährt, so auch 2009. "Es gibt viele Gründe, positiv in die Zukunft zu schauen", sagte Martin Schwieren bei seiner Eröffnungsansprache als Präsident des Zentralverbands der Deutschen Naturwerksteinwirtschaft ZDNW. Schwieren, Nürnbergs Bürgermeister Horst Förther und der Bayerische Staatsminister des Innern Joachim Hermann lobten Naturstein als besonders schönes und ökologisches Material.

Mehr Qualität
770 Unternehmen trotzten der Krise mit neuen Produkten und pfiffigen Präsentationen. 22 Unternehmen profitierten von der Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums zur Förderung junger, innovativer Unternehmen. 34.458 Besucher nutzten die Gelegenheit zur Information und Investition. Was das Besucherinteresse betrifft, sprach der überwiegende Teil der deutschsprachigen Aussteller von "weniger Quantität, aber mehr Qualität". Viele haben gute Gespräche geführt, einige auch gut verkauft. Für viele war die Stone+tec 2009 besser als erwartet. "Sicher, unsere Erwartungen waren denkbar niedrig", so Rossittis-GF Thomas Rossittis. "Von der Besucherresonanz und der Gesprächs­qualität bin ich aber sehr positiv überrascht", so der deutsche Großhändler.

Ähnlich äußerte sich Ivo Siviero, GF des italienische Produzenten Grein Italia. Laut Guido Welk, Leiter Kommunikation der NürnbergMesse, war es "für einige große Aussteller sogar die beste Stone+tec, die sie je hatten". Zu sehr hätten sich die Messeveranstalter bis dato mit Rekordzahlen profiliert. "Dabei kommt es doch darauf an, was die Messe Ausstellern und Besuchern bringt", so Welk. Insgesamt wertete die NürnbergMesse die Stimmung als "bewölkt, aber überwiegend heiter".

Deutschsprachiger Raum stabil
Unter der wirtschaftlichen Krise leiden besonders die Firmen, die viel in die USA und nach England geliefert haben. Stabil ist die Lage derjenigen, die vor allem den deutschsprachigen Markt bedienen. Laut Stone+tec-Projektleiter Roland Kast ist die Zahl der Aussteller aus dem deutschsprachigen Raum annähernd gleich geblieben, so gegenüber Naturstein. Verloren habe man v.a. ausländische und insbesondere italienische und chinesische Kunden. Hier wirke sich die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise direkt auf die Messe aus.

Leider kam gerade aus den Reihen der internationalen Aussteller einige Kritik. Insbesondere in den großen Hallen 4 und 5 beschwerten sich etliche über ihr mit Leerflächen bzw. Ruhezonen durchsetztes Umfeld und zu wenig Besucherresonanz. Dazu Guido Welk: "Einige Aussteller haben leider so kurzfristig storniert, dass wir die Lücken nicht überall schließen konnten. Unzufrieden zeigte sich manche/r auch mit Preis und Service. Gerüchte über Messerabatte für Spätbucher machten die Runde; sie werden seitens der Messe nachdrücklich dementiert.

Verliert die Messe an internationalem Gewicht? "Wir sehen die Stone+tec  in ers­ter Linie als Plattform für den mittel- und osteuropäischen Markt", so Guido Welk. Damit sei man etwas anders ausgerichtet als die komplett international aufgestellte Marmomacc.

Sehr gutes Rahmenprogramm
Gut besucht war das Rahmenprogramm, insbesondere die Preisverleihungen, darunter die Verleihung des Peter Parler Preises und des 14. Deutschen Naturstein-Preises. Erfolgreich waren auch die große Sonderschau "Orte, die gut tun" (>>>mehr), die Aktivitäten des Bundesverbandes Deutscher Steinmetze  und das zum vierten Mal veranstaltete Stone+tec-Fachseminar für Fliesenleger – ein Projekt der NürnbergMesse in Kooperation mit der Fachzeitschrift "Fliesen & Platten".

Gemeinsam stärker
"Die Branche kann auch gemeinsam", hatte Martin Schwieren zur Messeeröffnung das neue Miteinander, insbesondere in Sachen Sonderschau, gelobt. Unter dem Motto "Kompetenz in Naturstein" präsentierten sich die Berufsgenossenschaften diesmal auf einem Gemeinschaftsstand mit Partnern aus der Industrie. Rundum begeistert von diesem Konzept zeigten sich die beteiligten Firmen Götzer Granit, Natursteinwerk Theuma, Jakobi (anroechter stone group), Mendiger Basalt, Rex Granit, Natursteinwerk Picard, Wildeneuaer Granit. Auch die Besucher lobten die großzügige Standkonzeption und die praktische Information zum Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

Die nächste Stone+tec findet turnusgemäß wieder im Frühsommer 2011 (Mai oder Juni) im Messezentrum Nürnberg statt.

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