Rache für Königgrätz

Enthüllung des Piefke-Denkmals in Gänserndorf
Enthüllung des Piefke-Denkmals in Gänserndorf
Piefke-Schrift auf dem Denkmal
Piefke-Schrift auf dem Denkmal
Das Denkmal in ganzer Größe (Fotos: Wechselstrom)
Das Denkmal in ganzer Größe (Fotos: Wechselstrom)

Wenn Österreicher gegen die Deutschen "Schmäh führen", sprechen sie gerne von den Piefkes. Damit spielen sie auf aus ihrer Sicht typisch deutsche Wesenszüge wie Pedanterie, Überheblichkeit oder Besserwisserei an.

Umso erstaunlicher, dass jetzt in Gänserndorf bei Wien ein Piefke-Denkmal aufgestellt wurde. Es stammt von der bayrischen Künstlergruppe Wechselstrom und sieht merkwürdig aus: 2,90 m ist die Konstruktion aus Cortenstahl hoch, eine Scheibe, die an eine Schallplatte erinnert und Kratzgeräusche verursacht, wenn man sie bewegt.

Offiziell soll das Denkmal an den preußischen Militärkapellmeister Johann Gottfried Piefke (1815 – 1884) erinnern. Nach dem vernichtenden Sieg der Preußen über die Österreicher in der Schlacht bei Königgrätz 1866 hatte der einen Militärmarsch komponiert, der bei der anschließenden Siegesparade gespielt wurde. 

Warum die Österreicher ausgerechnet ein Denkmal errichten, das an eine ihrer größten Niederlagen erinnert, weiß keiner. Steckt Ironie dahinter? Schließlich sinnen die Österreicher seit der Schlacht auf "Rache für Königgrätz", wie die "Zeit" schreibt. Bildet die Enthüllung des Denkmals etwa nur den Auftakt für weitere Maßnahmen, um die Schmach zu tilgen?

Was auch immer die Österreicher vorhaben: Angst braucht man keine zu haben, nicht einmal vor militärischen Maßnahmen... Kennen Sie den?: Österreich greift Deutschland an. Der österreichische General funkt an seinen Stützpunkt: "Panzer, wir brauchen Panzer" Stützpunkt: "Oan oder glei olle zwoa."

Sebastian Hemmer

(Erschienen am 19.11.2009)