Zukunft des Fliesenlegerhandwerks
Der Fachverband Fliesen und Naturstein im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes hat sich auf seinem Gipfeltreffen am 9. und 10. April in Garmisch-Patenkirchen intensiv mit der Zukunftssicherung des Fliesenlegerhandwerks beschäftigt.
Vor dem Hintergrund zurückgehender Ausbildungszahlen appellierte FFN-Vorsitzender Hans-Josef Aretz auf der Veranstaltung unter dem Motto "Chancen nutzen, Zukunft gestalten" an das Fliesenlegerhandwerk, sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen. Vor sechs Jahren habe es noch rund 3.500 Lehrstellen im Fliesenlegerhandwerk gegeben, derzeit befänden sich nur noch ca. 2.500 junge Menschen in der Ausbildung. "Noch brauchen wir keinen Wettbewerb mit anderen zu scheuen, aber wir müssen unseren Vorsprung halten!". Dazu gehörten v.a. die Investition in Mitarbeiter und die Ausbildung des Nachwuchses. "An Ausbildung denkt kaum noch jemand. Wenn wir aber nicht mehr über genügend qualifizierte Mitarbeiter verfügen, trifft uns der ruinöse Wettbewerb mit den wenig qualifizierten Marktteilnehmern umso härter", betonte Aretz. Diese sich immer weiter nach unten drehende Spirale müsse dringend durchbrochen werden.
Allerdings bestehe eine große Diskrepanz zwischen betrieblichen Anforderungen und dem Leistungsstand von Schulabgängern. "Zur Lösung dieses strukturellen Problems ist v.a. die Politik gefragt, Änderungen der Rahmenbedingungen herbeizuführen", erklärte Aretz. Außerdem müssten die Schulen fundamental reformiert und Schüler besser auf das Arbeitsleben vorbereitet werden. Aretz appellierte an die gemeinsame Verantwortung der Ausbilder und der Auszubildenden. Nur zusammen und mit gegenseitigem Respekt könne es gelingen, dass eine Ausbildung für beide Seiten erfolgreich verlaufe und zur Erweiterung der Kompetenzen – auch des Handwerks – führe.
Hier verwies Aretz auf die "hervorragenden Ausbildungsleistungen" des Fliesenlegerhandwerks.
Laut dem FFN-Vorsitzenden wird der "erfolgreiche Fliesenfachbetrieb der Zukunft ein kundenorientierter Komplettanbieter sein". Der Fachverband möchte seine Mitgliedsbetriebe auf diesem Weg dahin durch kompetente, zeitnahe und praxisorientierte Unterstützung und Beratung begleiten.
(Erschienen am 13.4.2010)



