Reisende Steinmetze in Erfurt

Alle paar Jahre treffen sich reisende und einheimische Steinmetz- und Maurergesellen aller Altersklassen zum Austausch. Zum diesjährigen Kongress am zweiten Aprilwochenende kamen mehr als 50 reisende Wandergesellen. Mit ihrer traditionellen Kluft – schwarze Hüte, weite Schlaghosen und urige Wanderstöcke – bevölkerten sie u.a. die Innenstadt, so dass sich Mancher Passant in vergangene Zeiten zurückversetzt fühlte.

Bei den rechtschaffenen fremden Maurer- und Steinmetzgesellen handelt es sich um die älteste Vereinigung reisender Gesellen. Seitdem die Bauhütten im achtzehnten Jahrhundert ausstarben reisen Angehörige beider Gewerke gemeinsam, wobei die Zahl der Steinmetzen die der Maurer deutlich übersteigt. Auch andere traditionelle Baugewerke wie Metaller und Stuckateure wurden bei den rechtschaffenen Fremden mittlerweile aufgenommen. Die Wandergesellen verpflichten sich, der Heimat für drei Jahre und einen Tag den Rücken zu kehren, um »bewandert« im Beruf und reich an menschlicher Erfahrung zurückzukehren. Nicht zuletzt lockt heute wie früher das große Abenteuer.

Mehr Infos unter www.rechtschaffene-maurer.de

M. Schrem, frd. einh. Steinmetz

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