Studie über Arbeitsbedingungen in Indien

Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember hat terre des hommes eine Studie über die Arbeitsbedingungen in Steinbrüchen im indischen Bundesstaat Rajasthan vorgelegt. Darin berichtet das Kinderhilfswerk über Verstöße gegen grundlegende Arbeitsrechte und Umweltstandards. Nach Angaben der Organisation gibt es auch Hinweise auf Kinderhandel und Schuldknechtschaft. 

"In der Verantwortung ist nicht nur die indische Regierung, sondern auch der internationale Handel und der Verbraucher", sagt Barbara Küppers, Kinderarbeitsexpertin von terre des hommes. Insbesondere die öffentliche Hand sei gefragt, bei der Beschaffung von Natursteinen die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards sicherzustellen.

"Unsere Studie hat ergeben, dass Steinbrucharbeiter wegen der sehr harten körperlichen Arbeit und des Fehlens jeglichen Schutzes nur eine Lebenserwartung von 35 bis 40 Jahren haben. Sie sterben an Staublunge oder bei Arbeitsunfällen", so Barbara Küppers. Steinbrucharbeiter und ihre Familien leben häufig in elenden Hütten neben den Brüchen und haben weder Zugang zu sauberem Trinkwasser noch zu Gesundheitsversorgung, die Kinder besuchen keine Schule.

Die indischen Gesetze verbieten Kinderarbeit in Steinbrüchen, grundlegender Arbeitsschutz und Mindestlöhne sind vorgesehen. Allerdings halten sich laut terre des hommes viele Steinbruchbetreiber nicht an die Gesetze und Vorschriften. Über 90 Prozent der Steinbrüche in Rajasthan sind Kleinbetriebe, die kaum kontrolliert würden. Illegale Brüche und die Ablagerung von Stäuben und Schlämmen in Wäldern und auf fruchtbaren Äckern würden die Umwelt zerstören.

Terre des hommes sorgt gemeinsam mit indischen Partnerorganisationen dafür, dass die geltenden Gesetze eingehalten und Kinder von Steinbrucharbeitern eingeschult werden. Die Organisation fordert den Steinhandel in Deutschland auf, Sozial- und Umweltstandards mit ihren Zulieferern zu verankern und sich an Sozialsiegeln und Standardinitiativen zu beteiligen.

(Erschienen am 18.12.2009)

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