Steinmetz-Gedenktag in Einsiedeln
Erstmals seit vielen Jahren wurde in der Schweiz am 8. November wieder den Gedenktag der Steinmetze gefeiert. Das Kloster Einsiedeln bot dazu den ebenso würdigen wie passenden Rahmen. Über 50 Mitglieder des Verbandes Schweizer Bildhauer- und Steinmetzmeister VSBS und zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland nahmen daran teil.
Die "Vier Gekrönten" (lateinisch: Quattuor Coronati) gelten seit dem Mittelalter als Schutzheilige ihres Berufsstands. Der Brauch, den Feiertag standesgemäß zu begehen, war in der Schweiz im 20. Jahrhundert weitgehend in Vergessenheit geraten.
Mit der diesjährigen Feier ist er wieder aufgelebt. Vorbereitet wurde der Gedenktag von Steinbildhauer Thomas Dürst aus Dotzigen zusammen mit Daniela Urfer von der VSBS-Geschäftsstelle und dem Leiter der Einsiedler Kloster-Steinmetzwerkstatt, Arthur Baschnagel.
Den Auftakt bildete ein Gottesdienst im Auditorium des Klosters, gemeinsam gestaltet von Benediktinermönch Pater Lorenz und Thomas Dürst. Nach dem Gottesdienst traf man sich im nahe gelegenen Gasthof zum Mittagessen.
Am Nachmittag stand eine Klosterführung auf dem Programm. Dabei wurden u.a. die Restaurierungs- und Reinigungsarbeiten im Chor und in der Mönchsklausur sowie natürlich die Steinmetzwerkstatt besichtigt, die seit 1983 unter der Leitung von Steinmetzmeister Arthur Baschnagel steht. Mit ihm zusammen arbeiten Steinmetz Michael Kuhn und der Lernende Johann Keller. Während das Rohmaterial früher hauptsächlich aus klostereigenen Brüchen vom Etzel stammte, werden für neue Steinmetzarbeiten oder für Ersatzstücke heute meist Sandsteine vom oberen Zürichsee verwendet.
Der Gedenktag hinterließ bei allen Beteiligten einen tiefen Eindruck. Eine Wiederholung würde von vielen begrüßt.
Robert Stadler
(23.11.2011)



